Wie kann man mit wenig Einkommen nachhaltig einkaufen?

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  • #2567

    hi, klingt vielleicht jetzt komisch, aber ich suche vorallem allgemeine tipps, nachhaltigkeit zu üben für leute, die nur wenig geld haben (ich lebe derzeit von alg2, bald wahrscheinlich grundsicherung). zum beispiel fängt das beim lebensmitteleinkauf an. erst seitdem ich beim discounter einkaufe, komme ich mit meinem geld einigermaßen aus. umweltfreundlich ist das definitiv nicht. ja, es gibt einen – sehr teuren – bioladen hier, aber das kann ich mir beim besten willen nicht leisten. kaufe ich dort für eine woche ein, kostet mich das mein komplettes monatsbudget, was ich für lebensmittel zur verfügung habe. auch die preise auf dem wochenmarkt sind nicht viel anders. ich lebe in hamburg. hamburg ist generell teuer. hat wer tipps?

    gepostet in der Utopia-Facebook-Gruppe von Athinia

    Anmerkung der Redaktion:

    Wir übertragen ab und an Beiträge aus der Utopia-Facebook-Gruppe in unseren Gruppenbereich, weil wir glauben, dass die Antworten dazu spannend und wertvoll für verschiedene Nutzer sein können, die eventuell nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs sind. Deshalb freuen wir uns auf euren Input.

  • #2735

    Hallo Athinia,

    ich würde damit anfangen, auch beim Einkauf in Discounter probieren Plastik einzusparen: Gemüse und Obst lose kaufen und möglichst viel auf Gläser umsteigen (die kann man ja auch wiederverwenden) – das wäre schon ein guter Anfang! 😉 Auch auf dem Wochenmarkt gibt es manchmal Marktstände, die Restbestände zum ermässigten Preis anbieten – es lohn sich auf jeden Fall nachzuschauen, ob es auch in Hamburg solche gibt.
    Mehrere Discounter haben mittlerweile eine grosse SB-Brottheke. Statt der angebotenen Papier- oder Plastiktüten zu benutzen, kann man das Brot leicht in einen eigenen Stoffbeutel einpacken und bei der Kasse einmal zum Zeigen öffnen (eine saubere Baumwohltragetasche oder ein Kissenbezug funktioniert dafür schon prima).

    Sonst, falls du Papiertaschentücher benutzt, kannst du sehr gut sparen, indem du auf Stofftaschentücher umsteigst. Eine gelegentliche Wäsche von 40 oder 60 Grad hat man ja wahrscheinlich ohnehin.

    Ich hoffe, dass meine Tipps dir helfen können!

  • #2737

    gluecklich
    Teilnehmer

    Ich kann immer nur den Tipp geben, sich bei Foodsharing anzumelden. Das ist eine wunderbare Plattform für Menschen, die gerne Lebensmittel vor dem Müll retten wollen. Foodsharing ist komplett kostenlos. Wenn man sich angemeldet hat, kann man nach einem kleinen Quiz sich bei bestehenden Kooperationen eintragen und dort bei Ladenschluss Lebensmittel abholen. Das können Obst, Gemüse, Brot & Brötchen, bereits zubereitete Speisen sein. Ich finde das ist einer der einfachsten Wege etwas wirklich sinnvolles zu tun – und nebenbei macht es sich wirklich im Geldbeutel bemerkbar!

    Nachhaltiger „einkaufen“ kann man im Grund nicht – als Lebensmittel zu essen, die sonst in der Tonne gelandet wären.

  • #2739

    olivenkernchen
    Teilnehmer

    Mein Tipp lautet: Statt Duschgel und Shampoo kaufe ich nur noch Seife und Haarseife (bzw. festes Shampoo; meines ist von Lush). Vegan, nachhaltig – da fast keine Verpackung – und unglaublich ergiebig, deshalb relativieren sich die höheren Preise. Ich benutze die Produkte seit ca. drei Monaten und habe letztens erstaunt festgestellt, wie lange ich nicht mehr im Drogeriemarkt war.

    Leitungswasser trinken, statt welches zu kaufen. Das kann gar nicht oft genug gesagt werden. Sprudler kann man, falls gewünscht, gebraucht kaufen (oder schenken lassen, endlich mal was Sinnvolles ;-).

    Ganz wichtig ist eine Vorratshaltung. Konserven, TK-Produkte oder (Selbst)Eingemachtes zaubern mit günstigen Nudeln, Kartoffeln, Reis usw. ein gesundes Essen, auch am Ende des Monats. Ja, ich spreche aus Erfahrung. Übrigens habe ich bei meinen Freunden immer offen gesagt, daß ich mir einen Restaurant- Cafe- oder sonstigen Besuch nicht leisten kann. Die meisten geben gerne ab, wenn sie denn selber genug haben.

    Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem eine gehörige Portion Humor und Kreativität, um mit der knappen Geldsituation gut auszukommen.

  • #2746

    vera375
    Teilnehmer

    viel selber machen ist mein Tipp, Brot backen, Reinigungsmittel aus wenigen Grundzutaten selbst anrühren, nach Möglichkeiten suchen, Gemüse und Obst selbst anzubauen z.B. auf dem Balkon, in Gemeinschaftsgärten, Selbsterntegärten bis hin zum guten alten Schrebergarten, den man vielleicht mit Freunden gemeinsam bewirtschaftet. Außerdem lohnt es sich, bei smarticular und dem knauserer zu stöbern, dort findest du eine Fülle an Tipps zur Nachhaltigkeit mit kleinem Budget

     

  • #2751

    herbert giptner
    Teilnehmer

    Tips zum nachhaltigen günstigen Einkauf aber auch um nebenbei an Geld zu kommen.

    Gemüse selbst anbauen. Geht auch auf dem Balkon, Flachdach, Fassade, Garagendach oder der Terrasse, alternativ die nächst gelegene Gartengruppe suchen und Mitglied werden.

    Obst ernten in öffentlichen Obstgärten und Baumalleen.

    Pilze, Wachholderbeeren, Walderdbeeren, ect, aus dem Wald.

    Waschmittel zu 100% einsparen durch Verwendung von Waschkugeln (-nüssen; oder Kastanien sammeln, die europäische Waschnuss); spart richtig viel Geld.

    Waschmaschinenvorschaltgerät verwenden, spart Waschmittel und Strom, wenn warmes Leitungswasser nicht durch Strom erzeugt wird. Erhöht die Haltbarkeit des Heizstabes in der Waschmaschine (Nachhaltigkeit); http://www.ms1002plus.de

    physikalische Wasseraufbereitung verwenden, reduziert Putzmittel, Erhöht die Haltbarkeit der Wasserkocher, da Kalk weich und damit leichter abwischbar. Kein Salzeintrag in das Leitungswasser nötig, wie z.B. bei chemischen Aufbereitern.

    Bei Ober- und Untertischboilern, Vorschaltgerät nutzen; spart Strom und Erhöht die Haltbarkeit (Nachhaltigkeit) der Boiler aufgrund von extrem reduzierter Verkalkung; http://www.heelektronik.de

    Spülmaschine an Warmwasser anschließen, oder Vorschaltgerät nutzen, wenn warmes Leitungswasser nicht elektrisch erzeugt ist. Spart Strom und Erhöht die Haltbarkeit (Nachhaltigkeit) der Maschine.

    Gebrauchte Kleidung und Schuhe kaufen; Flohmarkt, Schulmärkte, etc.

    Kleidungsstücke selbst Stricken, nähen und Häckeln.

    Möbel vom Wertstoffhof, Selbstabholeranzeigen oder in DIY-Einrichtungen selbst herstellen; Pellettenmöbel, Weinkisten, etc.)

    Wasser aus der Leitung trinken, statt teuer Flaschen kaufen.

    Fahrrad, u.a. bei Fundbüros am Ausmusterungstag ersteigern; immer sehr günstig.

    Viel Fahrrad fahren, statt öffentlichen Verkehr nutzen.

    Mitfahrgelegenheiten nutzen.

    Brot kurz vor Ladenschluss beim Bäcker holen; reduzierter Preis,. oder selbst backen.

    Ausgemustertes Bio-Obst und Bio-Gemüse zu Marmelade und Aufstrichen verarbeiten.

    Defekte Geräte u.a. in einem „Repair-Cafe“ reparieren lassen; meist kostenfrei mit meist kostenfreien Kaffee.

    Bücher und Zeitschriften aus der Bücherei lesen, statt Fernsehen und Radio; GEZ abmelden!

    Haare von Auszubildenden für Abschlussarbeit schneiden lassen

    Größere notwendige Anschaffungen von Schülerfirmen, Praktikanten oder Behindertenwerkstätten, oder -firmen herstellen lassen.

    Zahnbehandlungen an der Zahnklinik machen lassen.

    Einkaufsgemeinschaften bilden

    Pfandflaschen sammeln, Hunde ausführen, Garten- u. Haushaltshilfe in der Nachbarschaft, AirbnB,

    Blutspenden

    Wer diese Ratschläge umsetzt behält zum Schluss einen klaren Kopf und mehr Geld !

  • #3690

    KarinKnorr
    Teilnehmer

    Hallo Athinia,

    bei meiner Tätigkeit als Dozentin höre ich sehr häufig die Frage wie man sich gesund, lecker und doch preiswert ernähren kann. Viele meiner Teilnehmer denken, dass eine gesunde Ernährung nicht preiswert sein kann. Das ist zum Glück nicht der Fall.

    Auf meinem YouTube Kanal habe ich aus diesem Grund viele Rezepte und Tipps, die Dir helfen oder Dich inspirieren können.

    Im Sommer ist z.B. ein Salat aus Kohlrabi, Möhren und Äpfeln eine schöne Idee. Er ist nicht teuer, gesund, erfrischend und ganz schnell zubereitet.

    Das Video kannst Du Dir hier ansehen

    https://youtu.be/K6mQu1v5QNo

    Schau gerne auf dem Kanal herum, es gibt wirklich viele Möglichkeiten preiswert und lecker zu essen.

    Liebe Grüße,

    Karin

     

     

  • #4018

    Jorti
    Teilnehmer

    Das sind schon einige gute Sachen gesagt worden. Ich selbst habe auch nicht viel Geld, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man zB auch gut in Schrebergärten gehen kann und fragen kann, ob jemand zu viel Ernte hat und man etwas abbekommt. Ein Unkostenbeitrag oder eine andere Dienstleistung (Rasenmähen oder Laub kehren) anbieten. Viele sind gern zu dem Handel bereit. 🙂

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