Seitan, Gluten, Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)

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    gerfi
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    da ich von der UTOPIA-Admin  gebeten wurde diesen Beitrag von 2011 hier einzustellen, will ich dem nachkommen

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    Ich weiss nicht, ob Seitan als Fleischalternative in Euerm Speiseplan vorkommt. Ob gekauft oder selbstgemacht, es ist letzlich ein mehr oder minder reines Gluten-Produkt.

    Was gibt es eigentlich, was nicht auch bei Mensch und Tier zu Unverträglichkeiten führen kann, so auch hier. Es muss nicht Seitan sein, es kann normales Brot, Teigwaren sein, was für manche zu Unverträglichkeiten führt.

    Was heisst das nun? In dem gemahlenen Korn, also Mehl (gilt für die meisten Kornarten, hauptsächlich aber Weizen, befindet sich ein Stoffgemisch aus Proteinen, das in den Samen von Getreidearten vorkommt, ist also ein Extrakt aus dem Mehl von Weizen, Gerste oder Roggen. Zu seiner Erzeugung wird dem Mehl durch mechanische Abtrennung die Stärke entzogen.

    Somit die Herkunft. Nun gibt es aus sogenannte Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, bei Menschen.

    Durch glutenhaltige Nahrungsmittel entsteht eine Entzündung der Dünndarmschleimhaut mit oft ausgedehnter Zerstörung der Darmepithelzellen. Dadurch können Nährstoffe nur schlecht aufgenommen werden und verbleiben unverdaut im Darm. Symptome sind dementsprechend Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Depressionen und im Kindesalter nicht zuletzt eine Gedeihstörung.

    Wie kann man abgesehen von den o.g. Symptomen überhaupt erkennen, das man Gluten unverträglich ist.

    Dazu gibt auch Tests.

    Was ist ein Gluten Test?

    Ein Gluten-Test funktioniert auf zwei unterschiedliche Art und Weisen – entweder man macht eine Biopsie der Dünndarmschleimhaut, oder man macht einen Bluttest hinsichtlich bestimmter Antikörper.

    Bei der Biopsie der Dünndarmschleimhaut wird dem Dünndarm Gewebe entnommen und dieses im Hinblick auf die Veränderung der Darmzotten analysiert – sind die Darmzotten abgeflacht, ist dies der entscheidende Hinweis auf die typische Form der Zöliakie. Die Biopsie hat allerdings den Nachteil, dass andere, nicht-typische Formen der Zöliakie, bei denen sich die Darmzotten nicht abflachen, nicht identifiziert werden können.

    Anders beim Bluttest hinsichtlich bestimmter Antikörper: sobald Glutenunverträglichkeit im Körper vorliegt, bildet das Immunsystem Antikörper zur Bekämpfung des Glutens. Diese Antikörper können mittels Bluttest nachgewiesen werden, wodurch auch nicht-typische Formen der Zöliakie, die durch eine Biopsie nicht identifiziert werden können, nachgewiesen werden.

    Die Auswertung des Blut-Gluten-Tests geschieht durch das sog. Kassettenverfahren, das eine Zuverlässigkeit von mehr als 97% erzielt. Der Gluten Test von GlutenCHECK wird von Ärzten, Apothekern und Gesundheitsgruppen empfohlen.

    GlutenCheck.de – prüfen Sie in nur 10 Minuten, schmerzfrei und bequem von zuhause aus mit einem zuverlässigen Ergebnis (>97%) Ihre Getreideunverträglichkeit (Zöliakie).

    Gluten Test – Wann sollte man einen machen?

    Sie sollten einen Gluten-Test in Erwägung ziehen, wenn

    häufige Darmerkrankungen in der Familie vorliegen (Glutenintoleranz ist vererbbar)
    es in der Familie mehrere Diabetes-Kranke gibt (Diabetes-Patienten leiden häufig auch unter Glutenunverträglichkeit (und umgekehrt), daher vermuten Mediziner eine genetische Beziehung)
    bei Ihnen die bekannten Symptome der Zöliakie auftreten

    Speziell bei Kindern ist ein rechtzeitiges Erkennen von Glutenintoleranz wichtig, denn eine lang anhaltende Nicht-Behandlung kann zu schwer wiegenden Folgeschäden führen und sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

    Generell ist eine möglichst frühe Erkennung der Krankheit wichtig, denn durch die Gewissheit, dass Glutenunverträglichkeit vorliegt, kann man aktiv glutenhaltige Nahrungsmittel vermeiden und die Lebensqualität um ein vielfaches verbessern.
    Wie funktioniert der Gluten Test von GlutenCHECK?

    Dieser Gluten-Test ist eine Schnell-Analyse des Blutes zur eigenen Anwendung bei Ihnen zuhause. Ein solcher Test ermöglicht es, innerhalb weniger Minuten zuverlässig Zöliakie / Sprue / Glutenintoleranz / Getreideunverträglichkeit nachzuweisen und festzustellen, ob Sie unter der Krankheit leiden oder nicht.

    Durch die Analyse eines einzigen Bluttropfens aus dem Finger ist es möglich, Gluten-Zöliakie mit einer Sicherheit von mehr als 97% nachzuweisen. Dabei werden bestimmte Antikörper im Blut identifiziert, die nur vorhanden sind, wenn man an der Krankheit erkrankt ist – daher weiß man schnell und unkompliziert über die Situation Bescheid.

    Der Gluten-Test von GlutenCHECK ist nicht verschreibungspflichtig.

    Weitere Infos zu Zöliakie auch unter http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%B6liakie

    Wieder zurück zu Seitan.

    Wer es also vertragen kann, es ist wie schon gesagt eine wunderbare Fleisch-Alternative, mit viel Eisweiss, besser als in den tierischen Produkten.

    Sich die Mühe zu machen, Seitan selber her zustellen, nun ja, es kostet schon Zeit. Es ist nicht teuer. Es bedarf z.B. 1 Kg Mehl, Wasser und einigen Kredenzien für den Sud, alles was „Hausfrau ohnehin schon in der Küche hat.

    Ich habe es ausprobiert, einwenig zeitaufwendig, wie beim Backen, aber es lohnt sich. die Vielseitigkeit der Nutzung ist wie beim Fleisch, alles ist damit auch möglich.

    Mein Beitrag hier hat aber auch noch eine Frage übriggelassen, zum Seitan, bzgl. seiner Konsistenz ( ich nenne es auch immer gerne Bissfestigkeit).

    Meine Herstellung hat ein Produkt ergeben, das doch sehr weich, also eher nicht so bisfest ist, ähnlich dem Natur-Tofu.

    Bisher hatte ich Seitan ja gekauft, es war i.d. R. bissfest. Nun die gute Frage, wie bekomme ich für meinen selbstgemachten Seitan zu so einer Bissfestigkeit.

    Wenn es also Seitan-Experten gibt, dann wäre ich um eine Info sehr dankbar.

    Nicht, dass er mir nicht schmeckt, er lässt sich wie schon gesagt herrlich verarbeiten, aber der Biss!

  • #1456

    Danke gerfi für den Post. 🙂

  • #7038

    Flitzekittel
    Teilnehmer

    Boh was für eine „tolle“Produktwerbung!

    Ich zitiere eine Veröffentlichung der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) zu dem Schnelltest: „Bei positivem Testergebnis ist ein Arzt aufzusuchen. Dieser stellt letztendlich die Diagnose und bespricht den weiteren glutenfreien Diätplan. Bei negativem Testergebnis und weiterer gastrointestinaler Probleme ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen.
    Hieraus wird deutlich, dass der Test letztlich, wenn überhaupt, nur ein Indikator ist, nicht aber zu einer vollständigen Diagnose führt. Hinzu kommt, dass der Arzt in der Regel eine weitere Blutuntersuchung beim Betroffenen durchführen wird, um sich im Vorfeld der Biopsie bereits ein eigenes Bild machen zu können. Für den Benutzer des Testes heißt es somit, dass der
    Erkenntniswert des Testes äußerst gering ist und er letztlich nur finanziellen Mehraufwand hierdurch hat.
    Fazit:
    Der „Test für Zuhause“ legt nahe, dass aus dem Messergebnis unmittelbar die
    Diagnose abzulesen ist. Dies ist aber im Fall der Zöliakie gerade nicht der Fall. Selbst die „besten“ Tests müssen immer noch durch eine Biopsie des Dünndarms bestätigt werden. Hinzu kommt, dass die zusammenfassende Interpretation von Symptomatik, Klinik und Antikörpermessung durch den Arzt zur Entscheidung, ob es sinnvoll ist, eine Biopsie durchzuführen, zum Zeitpunkt der Blutentnahme fehlt und somit nachgeholt werden muss.
    Bei gastrointestinalen Beschwerden sollte daher direkt ein fachkundiger Arzt
    aufgesucht werden.

    Quelle: http://www.dzg-online.de/files/diagnose_ohne_biopsie.pdf

    Gruß, Flitzekittel
    (www.miteigenenhaenden.wordpress.com)

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