Reportage: Konsumverweigerung als Lebensstil

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  • #1424

    Habe wieder etwas entdeckt, das ich gern mit euch teilen mag. In dieser Reportage berichten verschiedene Menschen über ihren Weg weg vom klassischen Konsum, hin zu einem sehr minimalistischen Lebensstil. Spannend finde ich, dass sehr verschiedenen Ansätze gezeigt werden. Auf jeden Fall regt der Bericht zum Nachdenken an.

    Mein Minimalismus – Konsumverweigerung als Lebensstil

  • #1427

    Maria_L
    Teilnehmer

    Ich werde oft auf meinen minimalistischen Lebensstil angesprochen.
    Dabei geht es aber eigentlich nur darum, daß wir keine neuen Möbel besitzen sondern noch die gleichen, die ich vor 30 Jahren zu Studentenzeiten auf dem Sperrmüll gesammelt habe.
    Und daß wir kaum zwei gleiche Teller haben.
    Und selten neue Klamotten kaufen.
    Und kein Smartphone haben.

    Aber was ist das schon, verglichen mit den Beispielen in dem Bericht.

    Daß nur mal als Bestätigung, daß die Bandbreite möglicher Lebensentwürfe zwischen zum Glück seeehr groß ist.

    Und ob man minimalistisch lebt, hängt immer davon ab, mit wem man sich vergleicht.

    Gibt es DEN klassischen Konsum überhaupt?

  • #1440

    Da hst du recht: was ist eigentlich „klassisch“? Ich hab gestern einen, wie ich fand, ganz interessanten Artikel bei Zeit Online gelesen, in dem es darum ging, dass die Tatsache, dass heute beide Elternteile arbeiten (und oft überfordert sind), nicht unbedingt daran liegt, dass man heute weniger verdient als früher, sondern dass die Ansprüche gestiegen sind. Das sind einerseits Sicherheitsansprüche, wie den Wunsch, eigenes Geld zu verdienen, in die Rentenkasse einzuzahlen etc.) und andererseits aber auch Konsumansprüche: Auto, Urlaub etc.

    Ich erlebe das in meinem Alltag und in meinem Umkreis auch so: heute ist „Besitz“ viel selbstverständlicher, als noch zu den Zeiten, als ich klein war. Die Wohnungen sind größer, die Reisen oft weiter, der Lebensstandard oft höher. Viele Produkte sind heute „Billigartikel“, die gedankenlos konsumiert werden. Ich erlebe das oft bei Spielzeug. Da stehen irgendwelche Plastikrutschen im Kinderzimmer oder das zehntausendste Comic hat irgendeinen Plastikmist vorn drauf kleben, der genau eine Minute hält usw. Wenn ich in einen Laden der großen Spielzeuganbieter gehe, wird mir übel. Was da an bling bling und Plastik rumsteht…. alter Verwalter. Und es wird gekauft. Minimalismus ist da ganz weit weg. 🙁

    http://www.zeit.de/2017/04/familie-vereinbarkeit-beruf-gehalt-dienstleister

  • #1441

    Maria_L
    Teilnehmer

    „Minimalismus ist da ganz weit weg.“
    Das stimmt. Ich sehe das auch bei den Menschen, die ansonsten bei vielen Themen auf gleicher Wellenlinie sind, z.B. bei Slow Food oder auch im Flüchtlingshelferkreis.

    Vor allem, was Wohnstil, Zweitwagen und Urlaub im Wohnmobil angeht, herrschen da Ansprüche, wie ich sie nie erfüllen wollte…und zum Glück auch nicht muß, weil wir das mit unserem Lebensstil auch gar nicht könnten.

    Wir könnten natürlich schon, wenn wir viel mehr arbeiten wollten.
    Aber dann wäre Schluss mit jeden Mittag ins Freie, jeden Tag frisch kochen, sich Zeit nehmen, um  direkt beim Produzenten zu kaufen und was eben so  u n s e r  Luxus ist.

    Schwierig finde ich es mit Kind.
    Ich bin von meinen Eltern extrem kurz gehalten worden, was materielle Dinge angeht.
    Eigene Musikanlage oder was damals den kleinen Unterschied ausmachte, gab es für uns Kinder einfach nicht.
    Taschengeld auch nicht, weil wir dafür die Ponies hatten.
    Entweder oder war die Devise.

    Meine Mutter hatte ein abgeschlossenes Studium, ist aber bewußt nicht arbeiten gegangen, weil sie uns Kinder nicht fremd erziehen lassen wollte.
    Stattdessen hat sie damals in den 70gern schon viel Selbstversorgung betrieben. Mein Vater hatte seinen Traum- Job, aber auch nicht die Welt dabei verdient.

    Der relativ minimalistisch geprägte Lebensstil meiner Eltern  war für uns Kinder einerseits sicher gut, andererseits schwierig.

    Was kann man daraus für Konsequenzen ziehen?
    Wie man es macht, ist irgendwie falsch und doch wieder irgendwie richtig.
    Darauf folgere ich:
    Man kann im Rahmen des Erlaubten tun und lassen, was man will…

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