Reisen in ärmere Länder: Hilfe oder Ausbeutung?

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  • #8274

    utapika
    Teilnehmer

    Ich hatte letztens mit ein paar lieben Freunden einen netten ABend in einer Bar. Wir sind irgendwann auf daas hema reisen gekommen. Unter anderem kam so ein bisschen die Frage auf, ob das eine gute oder eine blöde Idee ist, in Länder zu reisen, in denen es sozial oder politisch ganz andere Zustände gibt als hier. Also zum Beispiel Indien: Auch wenn es offiziell keine Kasten mehr gibt, ist die gesamte Gesellschaft geprägt von diesen Hierarchien, die noch immer Wirkung zeigen. Unterstützt man das damit?

    Und wie sieht das aus, wenn man irgendwo hin reisen möchte, wo noch traditionelle Stämme oder so leben? Ist das dann irgendwie ein „Menschen-Zoo“, den man besucht? Also moralisch verwerflich?

    Auf der anderen Seite stand das Argument, dass man sich nur durch kulturellen Austausch weiterentwickeln kann, auf beiden Seiten. und gerade finanziell und strukturell schwache Regionen profitieren davon – oder profitieren nur einige wenige, und die Menschen und das Land, auf dem sie leben wird durch Touris nur ausgebeutet?

    Wie sind eure Meinungen dazu?

  • #8316

    Nu-topia
    Teilnehmer

    Hallo utapika,

    das finde ich ein spannendes Thema. Ich denke reisen sind tatsächlich ein wichtiger Faktor für kulturelle Erfahrungen und den Austausch. Und ein Land in das niemand reist und das abgeschottet vom Rest der Welt ist wird eher eine negative Entwicklung als eine positive Entwicklung nehmen.

    Die Frage ist doch immer wie man reist. Der deutsche Ballermanntourismus ist sicherlich nicht nachhaltig. Ebenso die unzähligen Kreuzfahrtschiffe die in Venedig anlegen, deren Passagiere dort kein Restaurant besuchen, weil sie auf dem Schiff essen – das bringt der Bevölkerung nichts! Und auch für ärmere Länder gilt meiner Meinung nach, dass es auf die Form des Tourismus ankommt.

    Ein gutes Beispiel dafür finde ich beispielsweise Safari Reisen in Afrika. Da gibt es große Anbieter, die da Massen an Touristen durchjagen, denke ich. Aber gleichzeitig gibt es auch Reiseunternehmen die nachhaltig und sinnvoll mit lokalen Strukturen zusammenarbeiten. Letztendlich werden über die Einnahmen aus den Safari Touren auch die Erhaltung der einzigartigen Tierwelt finanziert, d.h. die großen Naturschutzgebiete in denen man Elefanten, Löwen und Giraffen sehen kann, sind auch von dieser Reiseform abhängig.

    Zum Thema Menschenzoo: Da kommt es denke ich auch sehr darauf an, wie damit umgegangen wird. Schau mal, hier geht es um Safari in Kenia, dabei scheint es auch zum Programm zu gehören, die Kultur und Menschen kennen zu lernen, dazu lautet es: „Deshalb wird es auf den jeweiligen Kenia Safaris auch ein absoluter Höhepunkt sein, sich diesen Kulturen anzunähern und sie durch einen Besuch besser zu verstehen. Den Völkern geht es dabei nicht nur primär um die Tradition, sondern auch sich als selbstbewusste Gesellschaft zu zeigen.“

    Ich denke der Schlüssel liegt hierbei darin, dass die Menschen nicht von außen gezeigt werden, sondern sich selbst präsentieren können. Wenn so ein direkter Kontakt zustande kommt, der darauf basiert, dass sich die Bevölkerung mit ihrer Kultur zeigen kann und auch von dem Tourismus profitiert, dann ist meiner Meinung nach gegeben, dass alle etwas davon haben.

  • #8364

    Serenity
    Teilnehmer

    Ich glaub es kommt auch immer auf den Grund der Reise an. Wenn es eine Tourismus Kultur gibt, warum nicht? Die wird ja durchaus den Menschen helfen. Aber du könntest solche Trips ja auch wirklich zum kulturellen Austausch nutzen oder als freiwilliger Helfer. Wie überall sonst auch, kommt es doch irgendwie auf die Intention an.

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