Quo vadis, Erde

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    idgie
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    Dies ist ein älterer Beitrag aus dem Blog, auf den leider nicht mehr zugegriffen werden kann. Das Thema ist aber noch sehr aktuell.

    Quo vadis Erde? Wieviel Menschen verträgt unser Planet??

    Welche Bevölkerungszahl können wir ernähren?

    Welche Bevölkerungszahlen verkraften Umwelt und Klima?

    Wie vielen Menschen könnten wir einen gleich hohen Lebensstandard gewährleisten?

    Die Bevölkerung der Erde wächst, die Menschen werden älter und die Bevölkerungspyramide kehrt sich um.

    Natürliche Regulationsmechanismen – malthusschen Bevölkerungsgesetz – Earth First und Ideen bezüglich Speziesismus

    Strebt die Erde selbst danach, ein „natürliches Gleichgewicht“ wiederherzustellen?

    Müssen wir unser Verhalten anpassen, damit die Ressourcen für alle Menschen reichen.

    Oder müssen wirklich die Bevölkerungszahlen angepaßt werden, damit die Ressourcen reichen?

     

    Welche Wege müsen wir gehen, um „Back to the roots“ – nach den Überzeugungen nicht nur der Indianer
    im Einklang mit der Natur leben zu können??

    Wie kann das gehen??

    Wir haben Pest und Cholera ausgerottet, die medizinische Versorgung verbessert, viele Krankheiten besiegt, können Menschen quasi durch Ersatzteillager mit neuen Hüften, neuen Organen etc. versorgen und haben die Sterblichkeitsrate bei Säuglingen reduziert.

    Resultat: die Bevölkerung der Erde wächst, die Menschen werden älter und die Bevölkerungspyramide kehrt sich um.

    Nicht nur die Demographen in den Industrienationen warnen vor neuen Gesellschaftsstrukturen mit immer mehr älteren Menschen und entsprechenden Problemen für unserer Renten- und Sozialsysteme.

    Dazu vermittelt die Lektüre des Öko-Thrillers „100 Stunden“ von Jean Christophe Rufin
    auch so manche Gedanken.

    https://www.buch7.de/store/product_details/105508985

    Das Buch als fiktiver Roman konnte mich nicht vollständig überzeugen.

    Was mich aber gleichermaßen fasziniert und abstößt sind die Theorien bezüglich Bevölkerungsexplosion, radikaler Umweltschutz, Gleichsetzung Menschen – / Tierrechte…..

    Stichwort: Earth First und Ideen bezüglich Speziesismus!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus

    Das ist teilweise schon starker Tobak.

    Dabei ist Jean-Chirstophe Rufin kein Nobody und nicht einfach nur „irgendein Schreiberling“…
    Der Autor hat viele Jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet, war Vize-Präsident von Ärzte ohne Grenzen und hat darüber hinaus als Berater im Verteidigungsministerin gearbeitet.

    Das Spannenste ist dann eigentlich das Nachwort mit Sätzen wie diesen:
    „eine reale Gefahr, die auf jedem großen internationalen Kongress über die Zukunft der Erde auftaucht: Beschuldigungen gegen die Armen, die nicht mehr unter Aspekten von Gerechtigkeit und Solidarität angesehen werden, sondern als Bedrohung. Wir sind dabei, vom Kampf gegen die Armut zum Krieg gegen die Armen überzugehen.
    Hungersnöte und Epidemien als natürliche Regulationsmechanismen, der die Bevölkerung qua Reduktion den verfügbaren Ressourcen anpasst.“

    Vieles davon basiert auf dem sogenannten malthusschen Bevölkerungsgesetz.

    Selbst Gorbatschow nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wir müssen offener über Sexualität und Verhütung sprechen, über Abtreibung und gesellschaftliche Werte, welche die Bevölkerungszahl bestimmen. Denn kurz gesagt, ist die ökologische Krise eine Bevölkerungskrise. Reduziert die Weltbevölkerung um 90 Prozent, und es sind nicht mehr genügend Menschen übrig, um einen nennenswerten ökologischen Schaden anzurichten.

    Der Beraterstab von Bill Clinton kam 1996 als Antwort auf den Erdgipfel in Rio de Janeiro (1992) zu dem Schluss, dass die Weltbevölkerung 500 Millionen Menschen nicht überschreiten sollte.

    Heute geht man meist davon aus, dass auch bei einer zu erwartenden Weltbevölkerung knapp 10 Milliarden Menschen die Ernährung der Menschheit insgesamt durchaus realistisch möglich sein würde, was aber keinesfalls auf alle Regionen unter allen Bedingungen zutreffen muss

    Quelle wikipedia

    Wovon reden wir?

    Geht es um Sexualkunde, um Aufklärungen über Verhütungsmethoden in den Schulen der Entwicklungsländer?? Geht es um flächendeckende Verteilung von Präservativen in der dritten Welt? Geht es um Massensterilisation oder um noch Schlimmeres?

    Es kann einem das kalte Gruseln kommen.

    Extrem auch dieses Zitat von William Aiken:
    „Eine massive menschliche Mortalität wäre eine gute Sache. Es ist unsere Pflicht, sie herbeizuführen. Es ist die Pflicht unserer Gattung gegenüber unserer Umwelt, 90 Prozent unserer Masse zu vernichten.“

    Ist es wirklich geschichtlich nachgewiesen, dass es Zusammenhänge zwischen großen Kriegen / Menschenopfern und Bevölkerungswachstum gab??

    Strebt also die Erde selbst danach, ein „natürliches Gleichgewicht“ wiederherzustellen?

    Steht also ein neuer großer Krieg oder eine schreckliche Pandemie mit vielen Opfern bevor?

    Im Roman geht es letztendlich um den Plan, die Hälfte der Menschheit mit Cholera auszurotten, um ein natürliches Gleichgewicht in der Natur auf unserem Planeten wiederherstellen zu können.

    Dabei werden speziell die Armen zum Ziel der Vernichtung ausgewählt, weil sie oft aus korrupten Staaten mit unkontrolliertem Bevölkerungswachstum kommen. Das wiederum führt zu monsterhaft anwachsenden Elendsvierteln in den Metropolen, ihr Grund und Boden wird verwüstet, Wälder werden vernichtet, Flüsse und Küsten verschmutzt.

    Können die Alternativen wirklich so eindeutig sein?

    Wir passen alle unser Verhalten entsprechend an, so dass die vorhandenen Ressourcen für alle Menschen dieses Planeten reichen.

    Oder müssen tatsächlich die Menschen dieses Planeten reduziert werden, um den Ressourcen angepaßt zu werden.

    Übel, oder???

    Klar ist für mich, dass das Thema Entwicklungshilfe weltweit komplett auf den Prüfstand muss und wirklich neu gedacht werden muß.

    Diesbezüglich hat das Buch „Wie kommt der Hunger in die Welt“ schon ziemlich erschüttert.

    https://www.buch7.de/store/product_details/1022387800

    Jean Ziegler war u.a. von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung

     

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