'normale' MWSt für Fleisch etc.?

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  • #1353
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    berniewa
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    MWSt auf Fleisch etc. auf ‚Normalmaß‘ erhöhen
    oder andere Mittel für mehr Umweltschutz,
    zugleich mit Blick auf soziale Gerechtigkeit?
    Nun,
    das eine wäre zu tun, ohne das andere zu lassen –

    konkret: Subventionen für Produkte, die
    – zumind. in hohem Maß konsumiert –
    Gesundheit, Klima und dem Tierwohl schaden,
    sowie die Welthungerproblematik verschärfen,
    streichen.
    Zugleich aber – z.B. –

    (a) Geringe Einkommen (auch geringe ALG-Sätze) erhöhen

    (b) Anreize schaffen, damit die Erzeugung von tierischer Nahrung
    umwelt-, tier- und verbraucher-freundlicher wird;
    z.B. effektivere Prüfung der Bedinungen in Schlachthöfen,
    mit empfindlichen Geldbußen bei fahrlässiger Tierquälerei,
    wie sie bis heute fast jedes 10. Tier erleidet (jährlich Hunderttausende!)

    • Dieses Thema wurde geändert vor 2 Monate, 2 Wochen von  berniewa. Grund: Tippfehler
  • #1355
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    berniewa
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    Last, but not least. Immer noch interessant, obwohl ggf. organisatorisch real zu umständlich,
    fände ich, wenn auf Produkte mit dem staatl. anerkannten Bio-Siegel
    eine geringere MWSt erhoben würde.

    p.s.: Da laut OECD und Umweltbundesamt mehr als ein ganzes Drittel der Subventionen in D potenziell umweltschädlich sind, wären selbstverständlich auch alle anderen aus diesem Drittel (nicht nur die MWSt für Fleisch etc) infragezustellen

  • #1356
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    Maria_L
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    Diese vom Umweltbundesamt geforderte (aber bereits wieder abgesagte) Anpassung der Mehrwertsteuer von tier. Produkten wurde zurecht von vielen Institutionen als viel zu unscharf kritisiert.
    a) sollten die Steuer-Mehreinnahmen ausschließlich für nachhaltige Themen genutzt werden (sozial + ökologisch)

    b) sollte die Grenze nicht zwischen tier. und pflanzl. Produkten gezogen werden, sondern zwischen biologischer und konventioneller Erzeugung.

    c) sollten die Auflagen für Tierhaltung strenger geregelt sein. Das kann auch die Biohaltung betreffen, wo z.T. noch Anbindehaltung erlaubt ist.
    Entsprechende Verbesserungen dürfen dann auch subventioniert werden.
    Dadurch wird Fleisch von alleine teurer, auch ohne MWSt. Erhöhung und damit der Konsum gedrosselt.
    Natürlich ist es sozial bedenklich, das über den Preis zu regeln. Auf der anderen Seite entspricht es einfach den tatsächlichen Gegegebenheiten.
    Tierhaltung ist teuer, wenn sie Ökol. und artgerecht ist bzw. auch durch Folgekosten für die Umwelt.

    Die sozialen Erleichterungen, die Du nennst, sind natürlich auch wichtig.
    Sie betreffen die soziale Säule des Drei-Säulen-Modells der Nachhaltigkeit.
    Sollten also getrennt, aber gleichberechtigt von dem ökologischen Thema betrachtet werden.

    Wobei es natürlich jede Menge Überschneidungen gibt, als bei Auflagen in der Tierhaltung darauf zu achten ist, daß nicht noch mehr kleine Landwirte aufgeben müssen ect.
    Und natürlich hat artgerechte Tierhaltung auch ihre sozialen Aspekte.

    Momentan wäre ich schon sehr zufrieden, es würde jemand den  Landwirtschaftsminister Schmidt bremsen.
    Den habe ich vor einigen Jahren (frisch im Amt) Live auf dem Regionalbewegungstag gehört.
    Was hat er da über Regionalität und Ökologie und Unterstützung der kleinen Landwirte gelabert. Alles nur heiße Luft…

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