keine deutsche CO-2-Steuer?

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  • #8459

    Nu-topia
    Teilnehmer

    Hallo,

     

    gerade eben gelesen:

    https://www.tagesspiegel.de/politik/morgenlage-aus-der-hauptstadt-warum-es-keine-deutsche-co-2-steuer-geben-wird/24886984.html

    Die Debatte darüber, dass der Preis letztendlich beim Bürger landet und einfach alles teurer wird verstehe ich nicht ganz. Irgendein „Erziehungsmittel“ muss es doch geben oder? Man muss doch Anreize schaffen weniger Auto zu fahren, weniger …. zu konsumieren.

    Wie seht ihr das?

  • #8462

    norbert-brummer
    Teilnehmer

    Mir geht es da wie Dir:

    so ganz klar ist mir das auch alles nicht…

    Es gibt unterschiedliche Systeme in unterschiedlichen Ländern. Man könnte nun auf die Wissenschaftler hören die sagen dass eine CO2 Steuer durchaus ein guter Ansatz ist. Man könnte nun also die Erfahrungen anderer Länder nehmen und sich da das passende für uns rauspicken. In Schweden z.B. gibt es seit 1991 eine CO2 Abgabe, die werden genug Erfahrungen gemacht haben auf die man zurückgreifen könnte.

    Warum man seitens der Politik so schwer tut kann ich nur raten. Vermutlich weil immer irgendwo gewählt wird und man Sorge hat der Bürger nimmt es einem übel wenn etwas teurer wird.

    Immer wieder ist das schwedische Modell im Gespräch, bei dem ein CO2 sparender Bundesbürger durch Rückzahlungen am Ende des Jahres sogar mehr Geld hat als ohne. Aber es gibt große Skepsis bei den Leuten dass das Geld auch tatsächlich beim Bürger wieder ankommt. Dieser Skepsis kann man seitens der Politik nun begegnen in all dem man alles was skeptisch betrachtet wird nicht macht. Man könnte auch zeigen das es klappt und das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik steigern. Aber was weiß ich schon…

    Es geht ja nicht nur um das Tanken der Autos. Die Industrie soll ja auch die CO2 Steuer bezahlen. Das die CO2 Steuer wirklich für weniger Verkehr sorgt glaube ich nicht. „Und kost Benzin auch 2 Mark 10, scheißegal es wird schon gehen…“ Lang lang ist es her, aber Markus singt es noch immer und alle gröhlen mit…

    Um es mal sehr vereinfacht darzustellen:

    Ein Tiefkühlpizzahersteller muss weniger CO2 Steuer zahlen als die Konkurrenz – seine Pizza wird billiger verkauft. Das bringt den Konkurrenten unter Zugzwang und er wird etwas machen. Das einfachste wäre dann bei der Produktion CO2 einzusparen damit die Pizza im Kühlregal dann billiger wird. Und der Bürger kriegt auch noch Geld.

    Es klingt fast zu einfach… 🙂

    P.S.:

    Ich muss dringend lernen mich kurz zu fassen  😀

     

  • #8473

    Grawiwi
    Teilnehmer

    Haha, nö, musst du nicht lernen! Ich finde den Vergleich sehr gut und auch deine Beobachtungen sehr treffend… Ähnlich ist es finde ich auch bei der Diskussion „Ist das Fleisch in Deutschland zu billig?“ Die Bürger*innen werden das Fleisch auch kaufen, wenn sie 11 cent mehr dafür zahlen müssen. Sie werden sich nur ärgern. Überhaupt scheint es mir bei der ganzen Diskussion wie Fleisch oder CO2 immer schnell um Stellvertreter Streits zu gehen. Längst ist klar, dass sich was ändern muss. Nur dass das auch mit Unannehmlichkeiten verbunden ist, ist auch klar.
    Mir gefällt allgemein nicht, dass es immer so scheint, als sei der Konsument am Ende der Kette der oder diejenige, die die Gewalt über die Veränderungen (eben durch ihre Konsumentscheidungen) haben. Das stimmt nicht. Der Wandel muss sich schon am oberen Ende vollziehen. Dazu gehören Verbote, Gebote und Zuwiderhandlungen. Änderungen. Die FDP will im Gegenzug zB den Soli abschaffen (dazu mehr: https://www.steuerberaterscout.de/Magazin-co2-plaene-der-spd ) Was uns da erwartet, bleibt doch spannend, oder?

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