Happy Birthday Malala – die Welt braucht Mutmenschen statt Wutbürger…

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    idgie
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    Ich habe allergrößten Respekt vor Menschen, die offen und klar zu ihrer Meinung stehen, auch wenn sie dafür mit Repressalien zu rechnen haben.
    Das ist nicht selbstverständlich.
    Ein Schlüsselerlebnis hat mir dazu vor einiger Zeit ein Bekannter aus der Nachbarschaft geliefert.
    Trump war gerade aus dem Klimaabkommen ausgestiegen und wir hatten mit der Lokalgruppe der Global Marshall Plan Initiative die Aktion „rote Karte für Trump“  in’s Leben gerufen.
    Auf einem Nachbarschaftstreffen habe ich einen Bekannten angesprochen und gefragt, ob er bereit wäre, sich mit der entsprechenden roten Karte fotografieren zu lassen.
    Die Fotos würden dann auf unsere Facebook Seite gestellt. Er könne dabei auch gern die Karte vor das Gesicht halten um unerkannt zu bleiben.Die Reaktion war blankes Entsetzen. „Nein! Bloß nicht! Um Gottes willen!“.
    Das wäre ja vielleicht eine gute und wichtige Aktion.
    Er wäre ja auch dagegen, aber man könne sich ja nicht politisch betätigen, ohne Angst haben zu müssen, virtuell shitstorm zu ernten oder ganz real auf die Zwölf zu kriegen.

    Ich war fassungslos. Da stand ich – über 60 Jahre alt, klein, unsportlich und schon von daher rein körperlich einigermaßen angreifbar.
    Und da stand er: Anfang 30, ca. 190 cm groß, stämmig, sportlich und selbstbewußt.
    Und dieser Typ erzählt mir, man könne sich ja nicht trauen, seine Meinung zu sagen???
    Dabei ging es eigentlich nur um ein Foto mit Karte vor dem Gesicht, so dass man nicht zu erkennen wäre..

    Himmel!!! Eine dämlichere Ausrede kann es doch wohl nicht geben, oder??

    Und ganz von seiner durchaus wehrhaften körperlichen Erscheinung abgesehen, immerhin befinden wir uns in Deutschland, mitten in Europa.
    Hier mag auch nicht alles Gold sein , was glänzt sein.
    Aber es gibt hier bei uns Meinungsfreiheit und es ist hierzulande kaum damit zu rechnen, wegen „normaler“ politischer Meinungsäußerungen gleich auf Nimmerwiedersehen in irgendwelchen dunklen Verliesen zu verschwinden.

    Ja, es gibt üblen shitstorm im Internet. Dunja Hayali oder Anja Reschke können ein Lied davon singen.
    Die Qualität der Beleidigungen, denen sie quasi unentwegt ausgesetzt sind, ist unvorstellbar unterirdisch…
    Um ehrlich zu sein, vielen „Wutbürgern“ vom äußersten rechten Flügel würde ich gern ein paar Wochen Urlaub auf Staatskosten in Quantanamo oder in ähnlichen Einrichtungen wünschen. Und KZ-Gedenkstätten dürfen gern auch mal Holocaust-Leugner für einen kurzfristigen Aufenthalt mit den tatsächlichen, seinerzeitigen Vorkommnissen und  Begebenheiten dieser Lager konfrontieren.
    Sorry, ich gebe zu, dass ist jetzt echt zu heftig. Mea culpa.
    Manchmal kommt auch bei mir als überzeugtem Gutmensch die Wut durch.

    Im Ernst jetzt: wenn Meinungsfreiheit für politische Agitation, Populismus, Aufwiegelung,  Beleidugungen schäbigster Art und Volksverhetzung missbraucht wird könnte der Staat meiner Meinung nach durchaus energischer vorgehen und drastischere Strafen verhängen.
    Was sich manche Hetzer da mittlerweile mit vollem Namen in den sozialen Netzwerken leisten ist unglaublich.
    Aber vielleicht muß eine Demokratie eben auch so manches einfach aushalten können – auch wenn es wirklich schwer fällt….

    Jedenfalls: Ob Widerstandkämpfer im dritten Reich, ob Mahatma Ghandi mit seinem gewaltlosen Protest, ob Journalisten wie Deniz Yücel in der Türkei, Oppositionspolitiker wie Alexej Nawalny in Russland oder Menschenrechtler wie Qin Yongmin in China.
    Die Liste der „Mutmenschen“ = Derjenigen, die sich nicht unterkriegen lassen und unverdrossen für ihre Meinung eintreten, ist lang.
    Viele nehmen Gefängnis, Folter und auch den Tod dafür in Kauf.

    Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen. Viel zu oft haben wir uns einfach still geärgert und geschwiegen.
    Schluß damit! Es wird Zeit, daß die schweigende Mehrheit ihr Schweigen bricht und anfängt, ihre Stimme zu erheben.
    Mitreden, sich einmischen, Nein sagen wird immer wichtiger.
    Dazu fällt mir auch sofort Wolfgang Borchert ein: Sagt nein!
    https://de.wikipedia.org/wiki/Dann_gibt_es_nur_eins!
    Auch er konnte es nicht lassen, seine Meinung zum Wahnsinn der Krieges zu sagen. Auch er wurde angeklagt, die geforderte Todesstrafe aber in Frontbewährung umgewandelt….

    Wer möchte sollte sich auch für Menschenrechtsorganisationen stark machen. Dort ist jede Unterstätzung willkommen.
    Manchmal kann man schon mit der Unterschrift unter einer Petition etwas bewirken.

    Die Friedensnobelpreisträgerin Malala wird heute 21 Jahre alt.
    Auch sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie mutig manche Menschen in ihrem Engagement sind.
    Sie hat sich nicht mal durch einen Kopfschuss davon abhalten lassen, weiter für Bildung speziell bei Mädchen einzutreten.
    Ihr berühmter Satz: “One child, one teacher, one book and one pen can change the world.”
    Bildung kann den Unterschied machen. Deshalb ist SDG Nr. 4 Bildung besonders wichtig.
    Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, kann für spezielle Projekte spenden. Viele Organisationen von Plan über Oxfam bis Unicef bieten zahlreiche Möglichkeiten.

    Und wenn man Bildungsprojekte für Mädchen unterstützt kann man damit auch SDG Ziel Nr. 5 (Geschlechtergerechtigkeit, Selbstbestimmung für Frauen und Mädchen) forcieren.
    https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/2014/weltmaedchentag/61114
    Aber besser als Spenden finde ich Kredite, weil sie keine Almosen darstellen, sondern den Menschen ihre Würde geben.
    Kredit geben heißt Vertrauen schenken. Deshalb finde ich die Mikrokredite von Kiva sehr gut.
    Schon ab 25 € kann man dort helfen und beispielsweise einem Mädchen den Schulbesuch ermöglichen oder einer Studentin die Uni-Gebühren finanzieren.

    Ich mache Kiva seit vielen Jahren und habe privat und mit unterschiedlichen Gruppen über 100 Kredite vergeben können.
    Dabei habe ich absolut gute Erfahrungen gemacht.
    Das Geld kommt zurück und kann immer wieder für neue Kredite und neue Zukunftsperspektiven verwendet werden.
    Vielleicht nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, vielleicht aber auch der Grundstein für neue „Mutmenschen“, die unsere Welt so dringend braucht.

    Vielleicht trägt auch mein neues kostenloses E-Book ein wenig dazu bei, die Welt ein winziges Stück besser zu machen.
    https://www.bookrix.de/_ebook-idgie-gutmensch-weltverbesserung-to-go/

    Es steht bei allen bekannten stores von Ecobookstore, Fairbuch, Thalia und Hugendubel bis Amazon zum gratis download zur Verfügung.

     

     

     

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