Gilt Honig als vegan?

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  • #1783

    Gilt unter den VeganerInnen Honig als vegan und konsumierbar?

    gepostet von ichwillfairessen am 18.07.2010

    Anmerkung der Redaktion:

    Wir wollen einige „Gute Fragen“ aus dem Utopia Website Archiv wieder hervorholen und sie in den Gruppen erneut zur Diskussion stellen. Wir glauben, dass die Antworten dazu spannend und wertvoll für verschiedene Nutzer sein können. Deshalb freuen wir uns auf euren Input.

    Die Antworten in der Gruppe sind mobile abrufbar und erreichen dadurch mehr Nutzer. Deshalb übertragen wir Fragen, die viel Nachfrage verzeichnen, zusätzlich zur „Guten Frage“ in unseren neuen Gruppenbereich.

  • #1784

    WernerMax
    Teilnehmer

    Provokante Gegenfrage: Spielt das eine Rolle?

    Was „konsumierbar“ ist, kann und sollte man doch auf Basis eigenen Nachdenkens entscheiden.

  • #1786

    Maria_L
    Teilnehmer

    Unter den meisten Veganern gilt er als nicht konsumierbar, weil vom Tier.
    Aber zum Glück bin ich kein Veganer und konsumiere sehr gerne Bio-Honig aus der Nachbarschaft, weil der Imker mein bester Verbündeter ist im Kampf gegen Gentechnik und sonstige Auswüchse der industrialisierten Landwirtschaft und weil der Honig gesund ist und gut schmeckt.
    Der Honig selbst ist von der Gesundheitswirkung nicht so wirksam, daß es bei normalem Konsum ins Gewicht fällt.
    Aber die Propolis -Tinktur, die mein Imker als Abfall-Produkt verkauft, ist extrem wirksam.
    Für mich ist er in manchen Gerichten ein guter Zuckerersatz. Anderswo verwende ich ihn nicht, weil zu schade, wenn man ihn erhitzt.
    Wegen diesen und anderen Gründen gibt es auch einige Veganer, die Honig konsumieren.

  • #1789

    WernerMax
    Teilnehmer

    Übrigens:

    Wenn Imker nur Kosten und Arbeit aber keinen Ertrag durch den Verkauf von Honig und Wachs hätten, würden sich wohl immer weniger für diese Tätigkeit entscheiden. Und ohne Honigbienen sähen auch Veganer ziemlich schnell ziemlich alt aus. Insofern möchte ich mich sogar zu der Behauptung versteigen, dass Leute, die den Verzehr von Honig ablehnen, sich in gewisser Weise schmarotzerisch verhalten.

  • #1791

    marionl
    Teilnehmer

    wie in dem Film „More than honey“ zu sehen ist, werden Bienen in erster Linie zur Bestäubung von Obst, Nuss-Bäumen etc. „gebraucht“. Mit LKW werden die Bienen in riesige Monokulturen gefahren, wobei der Großteil der Völker wegen des einseitigen Nahrungsangebotes und dem teils  gleichzeitigen Pestizideinsatz sterben. Konventioneller Honig ist das Nebenprodukt. So kann man Honig auch ablehnen. Wichtig wäre natürlich das konventionell erzeugte Obst auch abzulehnen. Ich lebe vegan – kaufe Honig aber manchmal, wenn ich ihn direkt bei einem kleinen Bio-Imker kaufen kann.  Aber ist es wirklich so, dass es ohne die menschliche Bienenhaltung kein Obst gäbe? Ich bin keine Expertin aber es gibt doch ganz viele Wildbienenarten und Hummeln, die Pflanzen bestäuben – haben die nicht mehr genug Lebensraum? Kann das jemand beantworten?

    • #1797

      WernerMax
      Teilnehmer

      „wie in dem Film „More than honey“ zu sehen ist, werden Bienen in erster Linie zur Bestäubung von Obst, Nuss-Bäumen etc. „gebraucht“…“

      Nein, das ist im Film so nicht zu sehen. Der Abschnitt im Film behandelt als einen von mehreren Aspekten die Situation in den gigantischen kalifornischen Mandelplantagen. Dort werden die Imker für die Befruchtung bezahlt, die anders nicht mehr gewährleistet wäre.

       

      „… wobei der Großteil der Völker wegen des einseitigen Nahrungsangebotes und dem teils gleichzeitigen Pestizideinsatz sterben“

      Irgendwo muss der Rohstoff für die „vegane“ Mandelmilch ja herkommen, gelle. (Sorry, den Seitenhieb konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.)

       

      „Konventioneller Honig ist das Nebenprodukt.“

      Nein, zumindest bei uns ist es genau andersherum und auch keine Frage von konventionell oder nicht.

       

      https://de.wikipedia.org/wiki/Imker dazu:

      „Wirtschaftlich relevanter ist heute die Bestäubungsleistung der Honigbienen in der Landwirtschaft als Nebenprodukt der Imkerei.“

      „Honigbienen sind die wichtigsten Bestäuber von Blütenpflanzen. Neben der ökologischen Bedeutung der Honigbienen als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen hat die Imkerei einen großen ökonomischen Nutzen für die Landwirtschaft, wo sie den Ertrag und die Qualität von Obst und Gemüse erhöht. Der jährliche volkswirtschaftliche Nutzwert der Honigbiene wird in Deutschland auf vier Milliarden Euro, in der Schweiz auf 330 Millionen Franken geschätzt, wobei rund drei Viertel auf die Bestäubungsleistung von Obst und Beeren, und ein Viertel auf die Honigbienenprodukte entfallen.

      Wegen ihrer Bestäubungsleistung ist die Honigbiene nach Rind und Schwein weltweit das drittwichtigste Nutztier in der Landwirtschaft.[1] Für die Bestäubungsleistung erhält der Imker heute in den meisten Regionen der deutschsprachigen Länder (im Gegensatz zum Beispiel zu den USA) noch keinen Gegenwert.“

       

  • #1792

    Maria_L
    Teilnehmer

    „Wildbienenarten und Hummeln,“

    Wildbienen und Hummeln können die Befruchtung nur in sehr naturnahen abwechlsungsreichen Streuobstwiesen garantieren, weil die ja auch den Rest der Zeit Nahrung und Unterkunft benötigen.

    In dem Umfang, wie heute Obst angebaut wird, reicht das einfach nicht.
    So wie Kultur-Obst sich vom Wildobst unterscheidet, so braucht es auch die Kultur-Biene, um die Massen zu befruchten.

    D.h. natürlich nicht, daß Wildbienen und Hummeln unwichtig sind.
    Sie tragen in nicht unerheblichem Maße zur Befruchtung bei und sollten unbedingt durch artenreiche Pflanzungen geschützt werden.

    Aber das alleine wird kaum reichen, um die großen Anbauflächen zu versorgen.

  • #3249

    Andrew Van
    Teilnehmer

    Ich halte nicht unbedingt was von Regeln. Wenn ich mich vegan ernähre, tue ich das nicht, weil ich auf Leben und Tod meines Babys geschworen habe, sondern weil ich an eine gute Sache glaube. Jeder sollte entscheiden dürfen, WIE er knsumiert und nicht nur WAS.

    D.h. wenn er Eier von den privaten Hühner der Tante isst, ist er normal gesehen kein Veganer, aber die Eier sind übrig und die Hühner haben nicht gelitten.

    Schwieriges Thema, diese Definitionen „vegan“ etc. Ich finde, sie halten ab von den wesentlichen Punkten.

  • #8439

    Dzeko
    Teilnehmer

    Sehe ich genauso wie einer der Vorredner, immer mehr Menschen interessieren sich für die Imkerei und das wäre nicht so wenn es sich nicht lohnen würde.
    Ich selbst habe mich in der letzten Zeit auch mit der Imkerei befasst und habe verschiedene Informationen gefunden als auch Shops wo man sich den passenden Bedarf kaufen kann.

    Bei mir ist es so, dass ich zum Beispiel auch eine Honigschleuder gefunden habe die ich so auch gebrauchen kann denn ich habe 3 Bienen Waben bei mir im Garten. Plane auch mich zu vergrößern.

    Ich esse Honig, obwohl ich Vegan lebe aber jeder muss da für sich entscheiden denn die Meinungen sind wirklich unterschiedlich in dem Sinne.

  • #8838

    Serenity
    Teilnehmer

    Ich ernähre mich vegan, konsumiere aber auch hin und wieder honig, weil ich nach langer Recherche der Meinung bin, dass Imkereien den Bienen eher helfen als schaden. Natürlich muss man dann drauf achten, dass es sich dabei um Bio-Honig handelt. ich esse auch nur den Honig, den eine Freundin selbst ‚erntet‘ und dabei kommen keine Bienen zu Schaden, wie ja oft behauptet wird.

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