Gefängnis oder Sorgerechtsentzug wegen veganer Ernährung von Kindern?

  • Autor
    Beiträge
  • #1529

    Das italienische Paralment diskutiert über einen Gesetzentwurf, der vorsieht, die vegane Ernährung von Kindern unter Strafe zu stellen. Dabei soll es um ein Jahr Haft gehen, wenn die Kinder unter 16 Jahre alt sind oder sogar um zwei Jahre Gefängnis bei unter Dreijährigen. Der Urspung des Gesetzentwurfs war ein Fall, bei dem den Eltern eines einjährigen Kindes das Sorgerecht entzogen wurde, weil das Kind aufgrund der veganen Ernährung stark untergewichtig war und einen Herzfehler hatte.

    Wie seht ihr das? Sollte die Ernährung von Kindern gesetzlich geregelt sein? Wo fängt man mit solchen Regelungen an und wo hört man auf? Was ist dann mit Eltern, die den Zuckerkonsum ihrer Kinder nicht kontrollieren und dadurch Übergewicht und körperliche Schäden in Kauf nehmen? Wie kann man Kinder vor schädigenden Verhaltensweisen von Eltern schützen?

  • #1532
    Profilbild von Christian Riedel
    Wuffbär

    Das ist doch kein Thema für den Gesetzgeber! Man kann Empfehlungen aussprechen – aber mehr nicht. Alles andere fällt für mich unter Eigenverantwortung der Eltern!

  • #1533

    Franziska Helmbold

    Von Gesetzen und Strafen halte ich nichts, sondern von Bildung, Aufklärung und unabhängige !!! Fakten. Gerade bei diesem Thema muss man sehr aufpassen und immer nach der Quelle suchen und von wem diese Quelle bezahlt worden sein könnte. Wir könnten alle viel gesünder sein, wenn unsere Politik und letztendlich auch wir nicht so bestechlich wären. Es gibt zB Kliniken für Alkoholentzug, die eine doppelt so hohe Erfolgsquote haben wie die, die von der Krankenkasse bezahlt werden und nicht teurer sind, aber sie werden eben nicht von den Kassen bezahlt. Setzt die Regierung Lebensmittelampeln ein? Nein. Ist die Regierung bereit, Fleisch weniger zu subventionieren, weil die Allgemeinheit am Ende die Kosten für Herzinfarkt und Co zahlt? Nein. Da sehe ich vieles, was man besser machen könnte.

    Die Ernährungsgewohnheiten zu kontrollieren würde vielleicht auch einen positiven Effekt haben, nämlich den, dass die wirklich gesündeste Ernährung mehr ins Licht gerückt werden würde. Ob in diesem Fall wirklich die vegane Ernährung Grund für die angebliche Unterernährung ist bezweifle ich so lange, bis ich mir durch mehr Fakten eine Meinung bilden kann. Wer weiß, was der bahndelnde Arzt damit bezwecken will, was seine Motive sind oder die des Jugendamtes oder oder. Es ist natürlich auch ein emotional packendes Thema, welches sich gut zur lauten Propaganda in die eine oder andere Richtung eignet, zur Schulbladenbildung usw. Das mag ich nicht und plädiere für eine genaue Recherche des Falles.

    Ergo: Aufklärung, Bildung, Arbeit gegen Milliarden Euro teure Werbung der Lebensmittelindustrie, die uns sagen will was gesund ist (angefangen von der Milchschnitte, über Milch bis zum Fleisch zB) und die sich durch ihre finanzielle Macht in die Forschung, Medien und Politik einkauft.

  • #1534

    Hans Gerken

    Nun, der Gesetzgeber sollte jedoch darüber informiert sein, inwieweit Eltern bereit und in der Lage sind gesellschaftliche Trends zu hinterfragen, um dem Wohl und Wehe ihrer Verantwortung sich selbst und ihren Anvertrauten gegenüber gerecht zu werden. Leider erleben wir vermehrt ein Desinteresse bzw. das Unvermögen Prioritäten zu setzen, weil sich das Weltbild inhaltlich mehr und mehr materialisiert hat und in den Institutionen ein Verwaltungsgeist herrscht statt ein Selbstbestimmungsgeist, der die Menschen beschenkt mit Emanzipation und Autonomie! Der Staat wird da nichts bis wenig unternehmen. Um so mehr sind wir gefordert. die Gesellschaft von unten her zu transformieren.
    Hans Gerken

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Tagen, 15 Stunden von  Marc.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Tagen, 15 Stunden von  Marc.
  • #1537

    Daniela Jennebach

    Ich würde es begrüßen, wenn es das Fach „Ernährung“ und “ Kochen“ in

    jeder Schule geben würde. Es ist so wichtig für unser gesamtes Leben.

    Unverzichtbar, das ist meine Meinung.

  • #1538
    Profilbild von BirgitKing
    BirgitKing
    Participant

    Gesetze sind immer dazu da, umgangen zu werden. Wer soll das kontrollieren, wer soll wen anschwärzen und wie detailliert sollen die Strafen bei Nichtbefolgung ausfallen. Die Gerichte sind eh sowas von überfordert. Die gesunde Ernährung ist ein wichtiger Punkt und für Kinder von großer Wichtigkeit. Manche Eltern sehen in ihrer eigenen Nahrungsphilosophie stur das Maß aller Dinge (besonders Veganer) und wollen alle Mitmenschen dazu missionieren, andere halten auf Traditionen und vermitteln auch nur diese, wieder andere überlassen das ganze Thema einfach dem Selbstlauf, dem Fastfoodrestaurant, Discounter oder Bäcker an der Ecke oder dem Kind selbst. Manche Kinder kriegen mit Glück in ihrer Einrichtung Kigarten/Schule das einzige Essen des Tages. Mit HartzIV kann man Kinder z.b. nicht gesund genug ernähren. Beispielgebende Aufklärung für Eltern und Kinder ist das wichtigste, was angeboten werden muss, in Schulen und visuellen Medien. Bei den obligatorischen Kleinkinduntersuchungen könnte dazu ebenfalls Material angeboten werden. Werbung für gesundheitsschädigende Sachen muss ganz verboten werden, dazu gehört nicht nur Tabak oder Alkohol.

  • #1539

    Sarah Lanis

    Ich finde eine gesetzliche Regelung auch schwierig. Genauso schwierig finde ich aber auch, wenn die Hoheit der Eltern über das Wohl des Kindes gestellt wird. Es dauert oft viel zu lange, bis ein Kind aus seiner elterlichen Umgebung rausgeholt wird, selbst wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Meine Freundin ist Kinderärztin und hat tatsächlich immer wieder Kinder in Behandlung, die durch eine vegane Ernährung geschädigt wurde. Mit den Eltern ist kaum zu reden, weil sie von ihrer Einstellung vollkommen überzeugt sind und auch keine Fehler zugeben wollen. Anzeigen kann man die Eltern nicht. Was also tun?

  • #1540

    Caterina Graziosa

    Wie beklopt ist das denn? Früher hatten die Menschen kaum was zu essen, Fleisch schon garnicht. Die haben es auch überlebt.

     

    • #1541

      Peter

      Ganz früher, gehörte Fleisch als Nahrung ganz selbstverständlich dazu. Schon die Steinzeitmenschen nutzen Fleisch, um das nötige Eiweiß etc. zu bekommen.

    • #1543
      Profilbild von Maria_L
      Maria_L
      Participant

      Früher haben Menschen alles gegessen, was ihnen unter die Zähne kam.
      Extravaganzen wie vegane Ernährung konnte sich niemand erlauben.
      Natürlich war die Ernährung oft nicht ideal.
      Sauberes Wasser war Mangelware und z.B. im Mittelalter deshalb üblich, auch Kindern nur Dünnbier zu verabreichen.
      In manchen Regionen gab es tagein-tagaus nur bestimmte Form von Getreidebrei.
      Ob das für die Menschen gut oder schlecht war, kann man sehr schwer beurteilen, weil die Lebenserwartung von Haus aus so gering war.
      Allerdings eher wegen mangelnder Hygiene, Krankheiten, Unfällen, Krieg ect.

  • #1542
    Profilbild von Maria_L
    Maria_L
    Participant

    Ich halte nicht viel von pauschalen Regelungen, die da sagen, vegane Ernährung für Kinder unter drei Jahren sei strafbar.

    Aber ich finde es natürlich wichtig, daß der Gesetzgeber eine Grundlage hat, auf der er das Sorgerecht entziehen kann, wenn auffällig ist, daß ein Kind Mangel leidet (so wie im beschriebenen Fall).
    Solche Fälle gab es ja schon häufiger, wo Eltern eine dringend notwendige Behandlung abgelehnt haben und lieber mit dem Kind zu einem Heiler statt Schulmediziner gegangen sind.

    Die Rechtsmittel, um in so einem Fall einzugreifen, sind ja vorhanden.

    Die Umsetzung in die Praxis ist natürlich viel schwieriger.
    Wer soll das kontrollieren?
    Dafür sind doch gar keine Ressourcen da und einen Überwachungsstaat, wo die Nachbarn die Eltern verpetzen, will hoffentlich auch niemand haben.

    Sinnvoll wäre es, bei Kindern gewisse Untersuchungen in regelmäßigen Abständen verbindlich durchzuführen. (Keine Ahnung, wie der Stand dazu hier oder in Italien ist).
    Wenn dann Auffälligkeiten feststellbar sind, muß eingegriffen werden.
    Egal, ob es blaue Flecken sind wegen Prügeln oder eben nachweisbare Ernährungsmängel.

    Wobei ja gerade B12 Mangel schon irreversible Schäden verursacht haben kann, bevor er richtig auffällig wird.

    Ich denke, das ist und bleibt ein schwieriges Feld, weil auch viele Ernährungswissenschaftler uneins sind.

    Im Rahmen der bekannten und mehr oder weniger unwiederlegbaren Dinge, setze ich eher auf Aufklärung, als auf Zwang.

  • #1545

    Cäcilia

    …man kann sich mit jeder Ernährungsform falsch ernähren (zuviel Zucker, Gentechnik Produkte, Fertigprodukte… ) ich persönlich finde die vegane Ernährung am gesündesten ! Die Politik sollte uns gesunde Vorraussetzungen schaffen , also keine Gentechnik bei LM bzw. Fleisch,  keine Pestizide, Antibiotika , Hormone , chemische Substanzen … in unseren Lebensmitteln ! Die Entscheidung wie ich mein Kind ernähre würde ich niemals der Politik überlassen. Ich kenne Kinder die vegan leben und bei bester Gesundheit sind und sich bestens entwickeln ! Warum sollte biologisches  Gemüse, Obst, Salat,Hülsenfrüchte, Reis… nicht gesund sein ?Warum sollte z.B. ein Huhn das mit Gentechnik veränderten Soja, mit Hormonen und Antibiotika gefüttert wurde und in der Massentierhaltung gelitten hat, gesünder sein ? Auch Kinder die nicht vegan leben , haben Herzfehler! Die Politik kann doch deswegen den Eltern das Sorgerecht nicht entziehen !

  • #1546
    Profilbild von henning droege
    Henning Droege

    Viele Krankheiten, unter denen wir üblicherweise leiden, sind grausam. Wenn sich jemand freiwillig diese Krankheiten zuzieht – z.B. durch tierische Nahrung -, dann ist das Leichtsinn. Wenn die Krankheiten einem Wehrlosen aufgezwungen werden, ist es Folter. Man stelle sich vor, die aktuellen Beschwerden würden gleichzeitig und böswillig von einem anwesenden Mitmenschen herbeigeführt werden. Hier läuft es indirekter, dafür aber landesweit. Und dass tierische Nahrung – auch Kinder – krank macht, ist nicht mehr zu bestreiten; ist auch längst WHO-Aussage.

  • #1549
    Profilbild von carbisch
    caroline bischoff

    mit :  25 jahren ist der mensch :  ausgewachsen.                                                         danach baut der körper wieder ab !

    deshalb sollte der werdene mensch alles für sich tun,                                                um eine optimale entwicklung zu erfahren.                                                              hinzu kommt, dass der mensch bis zu diesem lebensjahr ernorm viel leisten muss.                                                                                                                            dazu gehören auch diese dinge : schullaufbahn, berufslaufbahn, familienplanung, . . .

    die erde stellt uns eine enorme vielfalt an früchten, gemüse und fleisch / fisch zur verfügung.

    solange alle diese lebensmittel natürlich d.h. in der bio – qualität bleiben,               sollte der werdene mensch alle diese zu sich führen.

    mit dem : 26 lebensalter kann er sich dann selbst entscheiden,                          mit welchen lebensmitteln er sich wieder :  zurück – entwickeln möchte.

  • #1555
    Profilbild von lukita
    lukita
    Participant

    Mit 12 Jahren habe ich mich entschieden, kein Fleisch mehr zu essen. Mit mehr Informationen hätte ich mich vielleicht auch damals schon für eine vegane Ernährung entschieden. Jetzt ernähre ich mich seit 8 Jahren vegan.

    Nach allem, was ich bisher gelesen, gehört, gesehen und erlebt habe, kann eine Ernährung auf rein pflanzlicher Basis gesund sein, solange sie ausgewogen ist. Genauso wie eine Ernährung mit tierlichen Bestandteilen ungesund sein kann, sobald sie unausgewogen ist.

    Gesundheit beginnt mit meinen Gedanken:
    Was denke ich? Und wie reagiere ich darauf?

    Wenn ich die ganze Zeit befürchte, dass mir bei der veganen Ernährung etwas fehlt, dann wird mir vermutlich auch bald etwas fehlen … Unterschätzt nicht die Macht der Gedanken!

  • #1556

    Uli Zscherp

    Das ist wieder mal ein gutes Beispiel für die schleichende Verblödung der Menschheit. Man kann sich vegan gesund oder ungesund ernähren, genau wie als Fleischesser oder als Vegetarier.

    Meiner Meinung nach sollte man lieber die Lebensmittelindustrie verklagen, die uns mit Ihren oft ungesunden und denaturierten Produkten krank macht, die gerade auf Kinder einen unheimlichen Reiz ausüben.

    Ich habe, solange ich es konnte, meine Tochter vor diesen Produkten bewahrt. Meine Tochter ist jetzt 33 und ernährt sich schon lange so wie ich auch: Von gesunden, biologisch erzeugten vollwertigen Produkten.

  • #1557

    Barbara Pfeifer

    Wenn Eltern ihr Kind so ernähren, dass es krank wird, dann kann man natürlich schon über den Entzug des Sorgerechts diskutieren. Nur muss man dann auch allen Eltern das Sorgerecht entziehen, die ihren Kindern mit 3 Jahren schon Coca Cola verabreichen, sie mit Fastfood und Zucker großziehen. Ach ja, und den 24% aller Eltern, die ihre Kinder in Deutschland nach wie vor schlagen, obwohl es seit 2004 verboten ist. Und selbstverständlich sollten auch die Schulen verklagt werden, in denen es schlechtes Kantinenessen gibt (also Nichtbio, fleischlastig, mit Konservierungsstoffen usw.).
    Ich selbst bin aus gesundheitlichen Gründen (Rheuma!) Veganerin und wir leben daheim zu 100% arm-aber-Bio. Meine Tochter (12,6 Jahre alt) isst trotzdem Eier, wenn ihr danach zu Mute ist, trinkt Kuhmilch und isst manchmal sogar Bio-Fischstäbchen. Ich glaube, es ist falsch, Kindern eine Meinung aufoktruieren zu wollen, besser diskutieren (auch bei Bio-Eiern werden die männlichen Küken geschreddert) und Freiheit zum eigenen kritischen Denken gewähren. Was wir nicht kaufen, ist Fleisch und Wurst – aber ich hindere mein Kind nicht daran, bei Oma alle paar Monate auch mal eine Scheibe Salami zu essen. Über die gesundheitlichen Risiken von Fleisch, Fisch und Milch ist sie aufgeklärt — und dass sie als Veganerin so wie ich veganes Vitamin B12 zu sich nehmen müsste, ist ja wohl auch klar (und zwar nicht erst dann, wenn die ersten gesundheitlichen Probleme auftreten, sondern gleich von Anfang an).

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.