Gartengestaltung – Stilrichtungen?

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    sigrebe
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    Von Stilrichtungen in der Literatur habe ich schon gehört und so manches Stilmittel wende ich auch an beim Schreiben meiner Gedichte und Songtexte.

    Mit den diversen Gartenstilen hingegen habe ich mich bisher nur selten beschäftigt. Letzte Woche hatte ich Besuch von zwei Soziologie-Studentinnen der Hochschule Rhein Main. Sie führten eine Umfrage durch über die Zufriedenheit der Anwohner mit ihrem Wohngebiet. Nachdem sie ihren Fragebogen durchgegangen waren und sich zahlreiche Notizen gemacht hatten, fragte mich eine der beiden jungen Damen, ob sie mal einen Blick in unseren Vorgarten werfen dürfte.
    Mit ihrer darauf folgenden spontanen Bemerkung, es würde sich dabei um einen schönen englischen Garten handeln, hat sie mich sprachlos und verdutzt zurückgelassen. Für alle Fragen ihres Gesprächsbogens hatte ich ausführliche Antworten parat, aber diese Feststellung kam für mich so unerwartet und wie aus der Pistole geschossen, dass mir regelrecht die Worte fehlten, um irgendwie darauf einzugehen.

    Nur zur Klarstellung, damit es an dieser Stelle nicht zu Missverständnissen kommt: Die Einordnung meines Vorgartens in eine bestimmte Kategorie ist eine völlig legitime Angelegenheit. Sie hat mich einzig und allein deshalb so aus der Bahn geworfen, weil ich beim Anlegen des Gartens kaum einen Gedanken daran verschwendet habe, welcher Stilrichtung ich damit folgen möchte. Zudem hat sich das Erscheinungsbild von Jahr zu Jahr immer wieder verändert. Selbstverständlich habe ich gewisse Vorlieben, aber vor allem mag ich es farbenfroh und vielfältig. Dass einem die sehr begrenzte Fläche eines Reihenhausgartens bezüglich dieser Eigenschaften bei der Gestaltung nicht gerade entgegenkommt, liegt auf der Hand. Darüber hinaus gibt es leider noch eine leidige Schwäche von mir, mit der ich in vielen Bereichen meines Lebens immer wieder zu kämpfen habe. Es handelt sich dabei um das Problem, das richtige Maß zu finden. Aber was soll ich denn machen? Dezimieren, auf wenige Dinge beschränken, das wäre schon wünschenswert. Aber wie soll ich denn unter all den vielen schönen Pflanzen eine Auswahl treffen?

    Auf den Euonymus, auf den sogar meine Nachbarin neidisch ist und der mich ganzjährig mit seinen leuchtenden gelbgrünen Blättern erfreut, will ich ganz bestimmt nicht verzichten. Er ist schon seit vielen Jahren an seinem Standort und hat sich inzwischen zu einem üppigen dichten Busch entwickelt, den man nicht übersehen kann.

    Die Frühlingstamariske mit ihrem filigranen zarten Grün und ihrer prunkvollen Erscheinung zur Blütezeit ist ebenfalls nicht mehr wegzudenken.
    Das Frühlingsfliederstämmchen macht mir ebenfalls Freude, ganz abgesehen von der Harlekinweide mit ihrer frischen kontrastreichen Farbe beim Neuaustrieb, die ich in Stämmchenform pflege.

    Die Forsythie, die ich ebenfall als Stämmchen aufgezogen habe und regelmäßig schneide, damit sie nicht übermächtig wird, ist ebenfalls ein Blickfang und strahlt zusammen mit den oftmals gleichzeitig blühenden Osterglocken und Narzissen gleichsam in harmonischer Eintracht um die Wette.

    Farbliche Akzente setzen die verschiedenfarbigen Tulpen, die ich (auch aus Platzgründen) in Kübeln halte, damit sie mich zur Blütezeit im Terassenbereich erfreuen. Da die Tulpenblüte nur von kurzer Dauer ist, verschwinden die Pflanzgefäße danach wieder von der Bildfäche in Richtung dunklere, nicht direkt einsehbare Ecken.

    Schon seit etwa zwei Wochen blüht die Kornblumenstaude, die von Jahr zu Jahr mehr von ihren blauvioletten Blüten entwickelt, mit denen sie mich fast magisch in ihren Bann zieht. Die Mohnblumen leuchten in der Sonne und liefern einen herrlichen Farbkontrast dazu, ebenso die mehrfarbigen Akeleien. Selbst die bunten Bartnelken lassen sich bereits seit einer Woche nicht mehr von ihrer Blühfreude abhalten. Die Katzenminze zeigt ebenfalls ihre ersten Blüten und wird von unseren Stubentigern dankbar in Anspruch genommen.

    Pünktlich zur Pfingstzeit zeigt sich die Paeonia (Pfingstrose) mit ihren kugelrunden prallen Blütenköpfen, die sich spätestens in 1-2 Tagen öffnen werden und der Garten-Hibiskus wird wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

    Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass sich meine Gartengestaltung keinesfalls an irgendwelchen Stilrichtungen oder anderen Richtlinien orientiert, das wäre mir erstens viel zu anstrengend und zweitens möchte ich der Natur auch gerne mal freien Lauf lassen und sie nicht durch übermäßig strenge Eingriffe in die Knie zwingen. In laienhafter Sprache ausgedrückt, ist mein Vorgarten einfach üppig und dicht bewachsen. Manch einer würde ihn vielleicht sogar mit Recht als ungepflegt bezeichnen, da ich es an vielen Stellen nicht so genau nehme und es einfach mal so wachsen lasse, wie die Natur es will.
    Ich komme außerdem leider nicht umhin zuzugeben, dass ich so gut wie jede freie Stelle irgendwie genutzt habe, um sie mit irgendetwas zu besetzen, seien es Pflanztöpfe, Steinguss- oder Tonfiguren (vorwiegend Katzen) oder auch einfach nur dekorative Steine, was ich auch gerne mal mit dem Argument der unzureichend verfügbaren Fläche begründe.

    (Fortsetzung folgt…)

     

  • #3395

    sigrebe
    Teilnehmer

    Ich warte noch immer, dass sich die Blütenknospen der Paeonia öffnen und ihren Traum in Rosa enthüllen. Die erste Knospe ist schon am Aufspringen.
    Der rosafarbene Storchschnabel (Geranium) im Hintergrund bildet einen schönen Saum rund um die Pfingstrose und fügt sich harmonisch ins Bild. Ich habe meine Pflanzenauswahl insgesamt so getroffen, dass es hier das ganze Jahr über etwas Blühendes gibt. Trotzdem macht der Wonnemonat Mai seiner Bezeichnung alle Ehre, denn in diesem Monat zeigt sich der Garten von seiner schönsten Seite und erstrahlt übermächtig in einem einzigen bunten Blütenmeer.

    Wie viel mehr braucht es wohl für ein Plätzchen, an dem sich Mensch und Katze gleichermaßen wohlfühlen?

    Gerne werfe ich auch mal von oben aus dem Fenster einen prüfenden vergleichenden Blick auf die verschiedenen Gärten unserer 5er Reihenhauskette. Doch zu welcher Jahreszeit auch immer ich dieses Wagnis eingehe, komme ich zu demselben Ergebnis, dass ich meinen Garten nicht gegen einen der anderen eintauschen möchte. Vermutlich denken meine Nachbarn genau dasselbe über den eigenen Garten, denn sie haben dessen Gestaltung ja schließlich auch in der eigenen Hand.

    Die Geschmäcker sind verschieden, sagt schon ein Sprichwort und die Präambel des Rheinischen Grundgesetzes bringt es ebenfalls auf den Punkt mit der Verlautbarung: „Jede Jeck es anders.“
    Da ein Reihenhaus-Garten gemeinhin nur wenig Entfaltungsraum lässt, stellt dessen Gestaltung schon eine gewisse Herausforderung dar. Von Eintönigkeit kann man hier angesichts der unterschiedlichen Ergebnisse jedenfalls nicht sprechen, das ist in gewisser Weise schon mal ein Pluspunkt.

    Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen, den einen oder anderen Lösungsansatz als fragwürdig einzustufen. So hat der eine Nachbar beispielsweise sein Gartengrundstück anfangs weder gestaltet noch gepflegt.
    Der steinige Lehmboden durfte sein Eigenleben entwickeln und hier und da konnte man einen einzelnen Grashalm sichten. Nach ein paar Jahren bestand die Fläche zu gut zwei Dritteln aus einem Rasen, der dieser Bezeichnung zu keiner Zeit würdig war, mit anderen Worten: im Sommer gelb und im Winter kahl.

    Für sehr kurze Zeit wuchs in meinem Garten auch mal etwas Löwenzahn, was der nette Nachbar gleich zum Anlass nahm, mich zu rügen. Ich solle doch bitte die Pflanzen entfernen, bevor sich der Samen verbreiten würde. Dass die eigentliche Bedrohung von einem anderen Garten ausging, dessen Rasenfläche von einer einzigen Löwenzahn-Wiese überwuchert wurde, hat er vermutlich nicht einmal zur Kenntnis genommen. Mal abgesehen davon, dass ich die 3 Pflanzen, die sich in meinem Umfeld befanden, sowieso rechtzeitig entfernt hätte, bevor sie sich in eine Pusteblume verwandeln, hätte ich diesen Einwand von jedem anderen Gartenbesitzer vermutlich etwas verständnisvoller entgegengenommen.

    Für besagten Nachbarsgarten jedoch, wäre jede einzelne Pflanze ein Gewinn gewesen, denn der brachen Wüstenlandschaft hätte wirklich jeder Löwenzahn etwas Lebendigkeit verliehen. Es verging noch einige Zeit, da hörte ich den Nachbarn verlautbaren, dass er eine Gartenarchitektin beauftragt habe, um ihm geeignete Vorschläge zu machen. Dass man für die Gestaltung einer Gesamtfläche von 6x5m, also gerade mal 30m² (inklusive Terrassenbereich von knapp 10m²) einen Spezialisten zu Rate ziehen muss, erschien mir zwar irgendwie lächerlich, dennoch wartete ich gespannt auf das Ergebnis, auch wenn ich nicht begreifen konnte, weshalb jemand Geld für eine Gartenberatung ausgibt, der seinen Rasen vertrocknen lässt, weil ihm jeder Tropfen Wasser dafür zu kostbar erscheint.

    Das Resultat war übrigens sehr ernüchternd. Vermutlich hat der Nachbar den Begriff Steingarten zu wörtlich genommen. Nun erfreut sich der Garten neben dem immer noch spärlich wachsenden Rasen über eine Restfläche, die fast ausschließlich mit Gesteinsbrocken und Geröll bedeckt ist. Pflanzen sind dort nach wie vor Mangelware. Einige kleinere Buchspflanzen, die größtenteils bereits dem Zünsler zum Opfer gefallen sind, ein spärlicher Ginkgo, etwas Lavendel neben der Terrasse und zur Einfassung verschiedene Kletterrosen, das war’s. Vermutlich war die Frage an die Gartenarchitektin schlicht dahingehend, welche Empfehlungen sie für einen pflegeleichten Garten geben kann. Leider verhält sich der Nachbar inzwischen nicht mehr so, als wenn er ohne übertriebene Pflegemaßnahmen auskäme, stattdessen sieht es danach aus, als würde er von einem Extrem ins andere fallen. Seit er sich im Vorruhestand befindet, praktiziert er lauter fragwürdige Rituale, vermutlich aus reiner Langeweile.

    Als hätte er eine Zwangsstörung entwickelt (und da weiß ich wovon ich spreche, da ich leider selbst vorbelastet bin), ist er täglich mit seinem Blecheimer unterwegs und zupft schon pedantisch jedes gelbe Blatt und jede im Verwelken begriffene Rosenblüte vom Strauch. Zwischendurch, quasi im Minutentakt, setzt er immer wieder diesen unsäglichen Behälter auf den Betonplatten ab, wobei der Henkel immer wieder gegen den Eimer scheppert. Es gibt Tage, an denen mich das fast schon zur Weisglut bringt. Als wenn das noch nicht schlimm genug wäre, kommt im Abstand von wenigen Tagen regelmäßig die Giftspritze zum Einsatz gegen Blattläuse, Pilzkrankheiten und was auch immer. Alles muss häufig und reichlich bekämpft werden, offenbar getreu dem Motto: Viel hilft viel!
    Mit dem Wässern des Gartens hat er scheinbar immer noch ein Problem.
    Zwar wird jetzt häufiger sein neuer Rasensprinkler eingesetzt, dafür aber selten zweckmäßig, nämlich oft auch an Regentagen. Und dabei wird dann vor allem die nackte Steinlandschaft bespritzt. Der Rasen, der es wirklich nötig hätte, bekommt hingegen nur wenig ab.

    Einen wirklichen Gartenstil kann ich hier jedenfalls genauso wenig erkennen wie in meinem eigenen Garten. Müsste ich die Wirkung des Nachbargartens in wenigen Worten beschreiben, so würde ich sagen: schlicht, spartanisch, aufgeräumt, kalt und leblos.

    Die Nachbarin zu meiner Linken kann ich nur als fleißige Gartenmaus bezeichnen. Sie ist fast täglich im Gärtchen zugange. Anders als bei mir sind ihre Beete ziemlich geordnet und übersichtlich. Allerdings hat sie, wie auch ich, das Problem mit dem notorischen Platzmangel. Sie hat oft den gesamten Terrassenbereich mit Blumentöpfen vollgestellt und nutzt auch jeden noch so kleinen Bereich.
    Trotzdem macht ihr Garten insgesamt einen gepflegten Eindruck, was mich nicht wirklich wundert bei der vielen Zeit, die sie dort mit Gartenschürze und Gummistiefeln verbringt. Doch hat auch sie einen zweifelhaften Tick.
    Warum auch immer, hat sie die Angewohnheit, sich jedes Jahr neue Erde liefern zu lassen. Dieses Jahr hat sie über 80 € dafür ausgegeben.
    Der bepflanzbare Bereich in ihrem Garten ohne die Rasenfläche, also nur für das Beet umfasst etwa 10 m². Weshalb sie dort die Erde jährlich erneuern will, ist mir ein Rätsel.

    Auch ich habe zuerst einmal den schweren steinigen Lehmboden in den oberen Schichten abgetragen, gut umgegraben und frische Pflanzerde aufgefüllt.
    Dann habe ich Regenwürmer aus der Umgebung gesammelt und überall im Garten verteilt. Seither brauche ich weder neue Erde noch Dünger, die Würmer leisten volle Arbeit. Alles sprießt und gedeiht bestens. Eine letzte Anmerkung zum Thema Bodenbeschaffenheit kann ich mir nicht verkneifen. Es ist allgemein bekannt, dass die Standortbedingungen für das Gedeihen von Pflanzen entscheidend sind und dass je nach Gattung unterschiedliche Anforderungen bestehen hinsichtlich der geeigneten Lichtverhältnisse und der Bodenqualität.

    Wenn ich in meinem Hobbygärtnerdasein etwas gelernt habe, dann ist es in erster Linie die Tatsache, dass sich Pflanzen aller Art am besten dort entwickeln, wo sie von Natur aus zu finden sind, weil sie dort die idealen Wachstumsbedingungen vorfinden. Ich weiß, wie platt und banal das klingen muss, aber was nutzt uns diese Erfahrung, wenn wir nicht bereit oder imstande sind, die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Auf einer kleineren Fläche für viele unterschiedliche Pflanzen verschiedene Bedingungen durch Menschenhand zu schaffen und nachzubilden, ist auch eine Herausforderung, der man nicht so leicht gewachsen ist. Daher hat es sicherlich nicht nur in meinem Fall schon buchstäblich bezahlt gemacht, Pflanzen, die sich im Gartenbereich mehr oder weniger ungewollt ausbreiten, einfach mal freien Lauf zu lassen, eben ganz nach dem Motto: Die Natur bahnt sich ihren Weg. Darüber hinaus fühlen sich auch die Tiere wesentlich wohler in einer eher lockeren natürlich wirkenden Umgebung als in einem erzwungenen beschaulichen vermeintlichen Idyll.

  • #8990

    Sedin Hrnjic
    Teilnehmer

    Echt cooler Bericht aber ich muss sagen, dass man wirklich auch unterschiedliche Geschmäcker und Richtungen finden kann wenn es um die Gestaltung des Gartens geht.

    Ich habe meinen Garten + die Terrasse in einem machen wollen und habe mich dann auch umgeguckt.

    Natürlich ist es so, dass die Geschmäcker auseinander gehen aber ich habe da eher einen „normalen“ Stil bzw. eigentlich keinen besonderen. Wichtig war mir nur, dass ich meine Terrasse neu gemacht bekommen bzw. saniert.
    Da habe ich mich an http://www.renofloor-kleinostheim.de gewendet denn die bieten umfassende Terrassensanierungen an.
    Bin auch wirklich zufrieden mit meiner Terrasse 🙂

    Was war bei dir ?

  • #10091

    Botika2
    Teilnehmer

    Bis jetzt hast du sicherlich die richtige Stilrichtung gefunden, wie du damit deinen Garten gestalten kannst? Solltest du immer noch nach Ideen suchen, kann ich dir gerne empfehlen einen Blick auf das Magazin von designussion.com zu werfen. Dort kannst du einige ganz hilfreiche Beiträge finden, wo sie Ideen für den Garten, Bau, so auch Design dabei haben.

    Letzte Woche habe ich eine Idee gefunden, wie ich mit einer schönen Hawaii Palme meinen Garten gestalten kann und finde, dass sie mir dabei sehr geholfen haben!

    Mehr infos bekommst du auf ihrer Seite natürlich. 🙂

  • #10097

    Schnuckiputz
    Teilnehmer

    Geheimtipp: Es ist immer eine gute Idee bei Firmenseiten etc. auf Referenzen zu schauen. Da kann man sich auch gut Inspiration holen 🙂

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