Fleischkonsum ohne Tiere zu töten – geht nicht? Geht doch! Supermeat!

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  • #1019

    Ein israelisches Start-Up hat eine Methode entwickelt, um Fleisch aus kleinsten Zellen zu züchten. Die Innovation daran? Aus einer kleinen Biopsie-Probe kann man in Fleischmaschinen 100% echtes Fleisch „züchten“ – ohne, dass Tiere dafür sterben müssen. Vorerst ist die Herstellung auf Hühnerfleisch begrenzt. Laut Aussage des Start-Ups werden durch das Supermeat 99 Prozent weniger Land genutzt und jeweils 96 Prozent weniger Treibhausgas ausgestoßen und Wasser verbraucht. Was meint ihr – genial oder abstoßend? Hier ist Platz für die Diskussion zum Artikel über Supermeat.

  • #1023

    Christian.Riedel
    Keymaster

    Gibt es schon Hinweise oder Erfahrungen, wie das schmeckt? Klingt schon sehr seltsam. Da bevorzuge ich doch lieber Tofu – oder ess weniger, und dafür gutes Fleisch…

  • #1024

    utobodo
    Teilnehmer

    Mein Gott, was für ein Unsinn !

    Statt zugunsten von Klima und Umwelt auf Fleisch zu verzichten oder weniger Fleisch zu essen, werden millionenfach „Fleischmaschinen“ in Umlauf gebracht, deren Produktion nur zusätzlich Ressourcen und Energie frisst, ebenso wie die Produktion des „Fleischs“ darin – auch eine tolle Geschenkidee, aber dann schmeckt’s nicht so wie erwartet und die Dinger verrotten in der Ecke oder fliegen in den Müll.

    Und wie hygienisch muss es denn dann in der Maschine zugehen – bekanntermaßen ist Fleisch ein ganz besonders von Verderbnis bedrohtes Material, das zu bösen Vergiftungen führen kann – so etwas kann doch in so einem Heim-Bioreaktor gar nicht ausgeschlossen werden, da sind doch ruck-zuck mal Verunreinigungen mit üblen Bakterienstämmen möglich und dann geht der „Heim-Fleischzüchter“ daran auch noch zugrunde ….

    Das ist in meinen Augen eine vollkommen bescheuerte Reaktion auf die Probleme von übermäßiger Fleischproduktion und Fleischkonsum. Eben typisch technokratisch – ein Umweltproblem soll durch eine neue Technologie gelöst werden, die nur neue, zusätzliche Probleme schafft, ohne die zu bekämpfenden auch nur im Ansatz zu lösen.

    Bloß nicht !

    • #1029

      Gute Punkte, speziell auch der Aspekt der Verunreinigung. Klar, die deutlich bessere Lösung ist weniger Fleisch zu essen udn dafür bessere Qualität. Dennoch wollen viele Menschen nicht auf ihren Fleischkonsum verzichten. Wie geht man damit um? Auch wenn ich mir solche Maschine nicht anschaffen würde, fände ich es besser, wenn genau diese Menschen solche Maschine benutzen würden, statt beim Discounter ein Huhn für 99 Cent zu kaufen.

      • #1038

        Maria_L
        Teilnehmer

        „Zudem soll das Zucht-Fleisch angeblich gesünder sein (weil es unter kontrollierten Bedingungen hergestellt wird)“
        Das ist ja wohl erst mal nichts anderes als eine Arbeitshypothese, die erst noch in der Praxis bewiesen werden muß.

        Alles sehr vage und meine Ressourcen (Zeit und Geld) stecke ich dann doch lieber in die Unterstützung der Fleischproduzenten, die es deutlich besser machen, als die Massentierhalter.

        Ich sehe auch ein Problem, daß einfach sehr viel schief gehen kann – und dann vermutlich mit fatalen Folgen.
        Ich erinnere mich an Schrecken an die erste Tofu-Produktion meines Lebens (blieb auch die letzte ;-)).
        Trotz strenger Einhaltung aller Hygiene-Vorgaben und sonstigen Tipps, war das Ergebnis gekippt und hat gestunken wie verdorbene Eier.

        Und wer nicht mal Tofu zustande bringt, sollte die Fleischproduktion vielleicht besser der Natur überlassen. 😉

        Außerdem mag ich die Haltung von Tieren, selbst wenn diese dann geschlachtet werden.
        Ich halte es z.B. mit dem Credo von Slow Food, „Essen, was man erhalten möchte.“ (Alte Tierrassen).

        An einen Fleischkonsum ohne Tiere habe ich folglich wenig Interesse.
        Ich kann gut und lange ohne Fleisch auskommen, dann also lieber meistens vegetarisch, selten gutes Fleisch.

        Ich habe auch wenig Hoffnung, daß die Zielgruppe, die jetzt billiges Huhn für 99 Cent kauft, den Nerv hat, sich zu Hause mit so einer Maschine zu betätigen.

        Erfahrungsgemäß sind die Leute, die gerne mal selbst ein Brot backen auch die, die andernfalls ihr Geld gerne beim handwerklichen Bäcker in der Straße lassen und nicht die, die aufgebackene Discounter-Brötchen holen.

        • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Jahre, 1 Monat von  Maria_L.
  • #1054

    erich vieser
    Teilnehmer

    Mich erinnert die Nachricht an das Heil, welches wir uns vor 60 Jahren von der friedlichen Nutzung der Atomenergie versprochen haben. Also, es gilt, frühzeitig Nachteile der Technik zu erkennen und abzuwägen. Ich halte durchaus für möglich, dass das Projekt auch unter Beachtung dieses Aspekts wirklich Erfolg haben wird. Mag sein, dass die Technik sich nur bei spezialisierten Herstellern bewähren wird. Auf jeden Fall, sollte man der Sache eine Chance geben.

  • #1657

    Hier ein Artikel der Utopia Redaktion zum Thema „Clean Meat“:

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