BU – sei du selbst

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    idgie
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    MeTwo läuft in den sozialen Netzwerken rauf und runter und bringt so manchen zum Nachdenken. Das ist gut so.

     

    Ich finde aber auch, es ist Zeit für eine B U Kampagne.

    Zeit , zu sich selbst zu finden, selbstbestmimt zu leben  und sich klar zu machen, wer man selbst ist, was man selbst vom Leben erwartet.

     

    Leben wir wirklich das Leben, das wir wollen?

    Wie vieles von dem, was wir tun ist mittlerweile fremdgebestimmt ohne dass wir uns dessen ständig bewusst sind…

    Wann entscheiden wir wirklich selbst und wann ist unser Unterbewusstsein manipuliert und übernimmt klammheimlich die Kontrolle?

     

    Clevere Marketingstrategien lauern überall in unserem Alltag.

    Werbung dröhnt uns zu wo immer wir gehen und stehen.

     

    Wenn wir die richtigen Süßigkeiten im Haus haben kommen auch die Freunde gern.

    Wenn die tolle Nascherei im Kühlschrank lockt, sind wir eine Supermutter

    Wenn die richtige Packung aufgerissen wird, fühlen wir uns auch als Familie richtig zusammen

    Wenn die richtigen Bonbons dabei sind werden auch alle Kinder die ganze Zeit fröhlich lachen

    Wenn wir eine gute Freundin sein wollen müssen wir das richtige Abführmittel empfehlen

    Wer das richtige Auto fährt ist total cool und hat Erfolg bei den Frauen

    Und wenn wir das richtige Schmerzgel nehmen sind auch unsere Enkel wieder von uns begeistert….

     

    Geht’s noch?

    Ob wir Freunde haben, unsere Kinder glücklich sind, unsere Familie harmoniert etc. hängt doch von ganz anderen Faktoren ab.

     

    Wird da nicht ständig die Botschaft erzeugt, dass wir einfach immer mehr und mehr kaufen müssen, um all dieses Glück zu erreichen??

     

    Aber es geht nicht nur um Konsum und unsere Kaufentscheidungen.

     

    Wer entscheidet eigentlich, wie wir aussehen wollen?

    Wer entscheidet, wie lang die Röcke sein dürfen und welche Farbe Tennissocken haben sollten?

    Wer entscheidet, ob wir uns dünn oder dick wohlfühlen dürfen?

    Wer entscheidet, ob wir uns die Beine, die Achselhaare, den Intimbereich rasieren müssen?

    Wer entscheidet, ob wir zu grauen Haaren stehen dürfen und welcher Farbton für die Fingernägel angesagt ist?

     

    Kann nicht einfach jeder so sein, wie er möchte?

    Ob dick, ob dünn, ob schlunzig oder gepflegt, ob  still oder eloquent plaudernd, ob weltoffen oder konservativ, ob mutig oder eher ängstlich…

    Wir sind Individuen mit unterschiedlichen Qualitäten und Neigungen. Und das ist gut so.

     

    Ich hab mal einen Cartoon gesehen.

    Thema: Bei uns werden alle gleich behandelt.

    Es ging um Hürdenspringen.

    Angetreten waren ein Springbock, eine Schildkröte und ein Nilpferd.

     

    Also: wir sind nicht alle gleich. Aber wir sind alle ok, wie wir sind.

    Jeder von uns ist wertvoll, einfach weil er / sie ist, wie er / sie ist. PUNKT.

     

    Wir müssen lernen, einander wieder mehr wertzuschätzen.

    Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass meine Wahrheit nicht für andere Menschen wahr sein muss.

    Auch deren Wahrheit mag wahr sein – für sie zumindest.

    Toleranz ist gefragt – ebenso wie Gesprächsbereitschaft.

    Der einfachste Weg, Vorurteile abzubauen, ist einfach mal mit einander zu reden und sich kennenzulernen.

    Mit ist vor einiger Zeit auf einem Volksfest die „lebende Bibliothek“ begegnet.

    Wie man sich ein Buch ausleiht konnte man sich einen Menschen als Gesprächspartner ausleihen und mit ihm ein Gespräch führen und Fragen zu seinem Leben stellen.

    Dabei waren seinerzeit ein Transsexueller, ein ehemaliger Gefängnisinsasse, eine Nonne, ein Blinder, ein Geflüchteter. Ich habe nicht mit allen gesprochen, aber trotzdem faszinierende Einblicke in völlig andere Lebensläufe gewonnen.

    Mit einander sprechen, sich kennenlernen, Verständnis für die Situation des anderen entwickeln hilft enorm und erweitert den Horizont.

    Wir brauchen keine Gleichmacherei, kein Glattbügeln und keine Unterwerfung unter irgendein Modediktat. Wir brauchen keinen Zeitgeist, der uns vorschreibt, was wir wann und wie machen sollten, damit wir „hip“ sind und mitreden können.

    Wir brauchen Respekt, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung.

     

    Diversität ist hip – es lebe die Vielfalt.

     

     

    Übrigens:

    Aktuell gibt es eine interessante Aktion „Deutschland spricht“

    https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-07/deutschland-spricht-2018-anmeldung

    Man wird gebeten, einige Fragen gesellschaftspolitischer Art zu beantworten und bekommt dann am 23.September die Möglichkeit, sich mit jemanden zu einem Vieraugengespräch zu treffen, der absolut der gegenteiligen Ansicht ist.

    Könnte spannend sein, oder??

    Allerdings, es macht mir auch ein wenig Angst. Was könnte das für ein Mensch sein, der so völlig anders tickt?? Muss ich / soll ich mich da wirklich mit irgendeinem braun gefärbten Prolo unterhalten??

    Hmpf, vielleicht muss ich an dieser Stelle auch mal eingestehen, dass auch bei meiner Toleranz noch ganz viel Luft nach oben ist.

    Ich gebe es zu, bislang kneife ich an dieser Stelle und ich habe mich dieser Herausforderung noch nicht gestellt. Aber vielleicht nehme ich doch die Challenge an und melde mich noch dafür? Mal sehen.

    Eine Lektion in Toleranz wäre es allemal. Ansonsten darf ich auch dazu stehen, nicht mutig genug zu sein, oder?

    Also: B U – Trau dich, du selbst zu sein.

     

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