Anstoss zur Debatte über das Thema "vernetzter Haushalt – Smart Home Systeme"

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  • #3100

    Amberjack
    Teilnehmer

    Mich wundert dass es dazu bisher noch keinerlei Austausch gab – ist es doch ein Thema welches die Gemüter erhitzt: Smart Home Systeme in den eigenen vier Wänden.

    Ich habe mir erstmal intensiver Gedanken darüber gemacht als ich am Wochenende einen Freund in Berlin besuchte, er lebt und werkelt etwas außerhalb in einer modern eingerichteten und technisch auf den aktuellen Stand gebrachten Villa.
    Dort lief mir „Alexa“ über den Weg und nach anfänglichem Zögern, einer gewissen Befangenheit die sich schnell legte, muss ich zugeben dass so ein Teil schon Spaß machen kann.
    Es ist nicht lebensnotwendig, erleichtert die Dinge halt jedoch.
    Er hatte noch allerhand Apps auf seinem Smartphone von welchen aus er die Temperatur, das Licht und ja, sogar das Wasser für die Badewanne steuern konnte. Das alles von unterwegs aus.

    Sowas macht natürlich mächtig Eindruck, aber auch irgendwo Angst – macht es die eigenen vier Wände doch gläsern, anfälliger für An-/Eingriffe.
    Wie denkt ihr über das Thema? Begeistert oder unbeeindruckt?

     

  • #3192

    Saratoga
    Teilnehmer

    Unschlüssig – das war ich zu Anfangs auch über jene Thematik.
    Braucht man sowas denn wirklich und wenn ja, wie sicher ist das und wie schütze ich mich vor Hackerangriffen und überhaupt ist der Mehrwert für mich hoch genug um dass ich das Risiko des „gläsernen Menschen“ billigend in Kauf nehme?
    Für mich ist das ein Risiko, niemand weiß wo all deine Daten über Vorlieben, Abneigungen und Tagesablauf am Ende landen.

    Wir haben zu Haus ein dezentrales Smart Home System installiert, seit nunmehr einem Jahr verrichtet es tagein tagaus seine Dienste und ich bin zufrieden.
    Kurz Erklärung: dezentral bedeutet..

    „[…]dezentrale Smart Home Systeme mit „intelligenten Geräten“ ausgerüstet. Aufgrund der teilweisen Autarkie der separaten Endgeräte sind selbige in der Anschaffung deutlich kostenintensiver. Dezentrale Systeme lassen sich dafür aber auch ohne große Probleme ausweiten und ergänzen, da zusätzliche Funktionen und Gerätschaften nicht an ein zentrales Steuersystem angeschlossen werden müssen. […] werden in der Regel über ein lokales Netzwerk zusammengeführt und können über Apps auf dem Smartphone / Tablet bedient werden.[…]“
    (Quelle: https://www.hausbauberater.de/smart-home )

     

    Es fährt jeden Morgen zur selben Zeit die Rollos hoch, im Winter wirft es zudem die Heizung an (genau 30 Minuten bevor ich erwache) und wenn ich wöllte würde es auch die Fenster für mich öffnen.
    Wir überlegen derzeit ob wir noch einen Schritt weiter gehen und uns eine Kaffeemaschine zulegen, die wie alles andere per App gesteuert wird und den Kaffee frisch aufgebrüht bereitstellt direkt nachdem ich aus dem Bett geschlurft bin. Ja, sowas ist auch möglich.

    Wir machen damit aber auch so langweilige Dinge wie den Außenbereich per Kamera sowie Rauch- und Bewegungsmelder überwachen.
    Auf den ersten Blick würde man unserem Haus wohl nicht ansehen dass es von einem Computer gesteuert wird, und da wir keine Besitzer von Alexa und Co sind bemerkt das auch nach längerem Aufenthalt niemand.

    Meine einzige Sorge wäre vielleicht dass jemand die Kameras fernsteuert oder Rollos öffnet um nachzuschauen wie ich schlafe, ansonsten mache ich mir keine allzu großen Gedanken.
    Gegen Alexa habe ich mich bewusst entschieden, ich möchte nicht dass jemand meine Gewohnheiten kennt was die Häufigkeit der Wetterabfrage betrifft oder welches Shampoo ich in der Übergangszeit von Winter zu Herbst präferiere oder was für Musik abends beim Kochen läuft (immer dasselbe).
    Darin sehe ich einen Eingriff in die Privatsphäre der mir persönlich zu unangenehm wäre.

     

  • #3698

    DerJens
    Teilnehmer

    Ich glaube, dass Smart Home Systeme die Zukunft sind. In 20 Jahren wird es keinen Neubau mehr geben der ohne zentrales System auskommt. Die Frage ist nur welches System sich durchsetzen wird oder ob der Markt sogar groß genug ist um mehrere Wettbewerber zu versorgen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das eine Sache zwischen Amazon und Google wird. Echo und Home sind ja jetzt schon verfügbar. In Sachen Smart Home hat Amazon die Nase vorne. Heutzutage findet man das vielleicht noch etwas merkwürdig und sorgt sich um seine Privatsphäre. Das hat man früher aber auch bei den sozialen Medien gesagt und jüngere Generationen interessiert das absolut gar nicht mehr. Es handelt sich eben eher um eine Entwicklung als um einen Trend.

  • #3740

    Steffy1
    Teilnehmer

    Ende des Monats findet auch wieder die Internationale Funkausstellung (kurz IFA) in Berlin statt. Da werden sicherlich wieder neue Smart Home Trends aufkommen. Ich erwarte ja, dass sich da vieles um künstliche Intelligenz drehen wird. Das wird sowieso ein Dreh- und Angelpunkt der nächsten Jahre werden. Ich hab hier noch einen interessanten Artikel zur letzten IFA gefunden falls es jemand interessiert: https://www.saugroboter-testing.de/magazin/smart-home-trends/. Vieles davon ist noch gar nicht so groß wie es damals erwartet wurde. Aber wie @derjens schon gesagt hat handelt es sich eben eher um eine Entwicklung. Das dauert alles seine Zeit, neue vernetzte Häuser müssen schließlich auch erstmal gebaut werden 😛

  • #6823

    tire
    Teilnehmer

    diese Smart-Home-Konzepte gibt es ja nun seit gut 40 Jahren.

    Darum ist es auch eine Frage, was es konkret leisten soll:
    – soll es steuern und regeln (Heizung, Licht, Rolläden, Kälteklima, Lüftung …)
    – soll es sichern (intelligente Alarmanlage)
    – soll es die Nutzung von Häusern vereinfachen (zB für Behinderte, Ältere) ?

    Nur unter diesen Aspekten wäre eine SH-Lösung für mich interessant.
    Ich habe nichts davon, im Auto mein Badewasser einzulassen oder
    mein Leben noch mehr zu beschleunigen und haptisch unkontrollierter zu machen.

    Alexa und so ein Zeugs … gut für die, die ihr Leben damit weiter kompliziert machen wollen … schlecht für Wankelmütige, die sich zu Recht Gedanken machen: „was will Google mit meiner Badewassertemperatur?“.

    Komplizierter, weil beim kleinsten Serverausfall oder Update oder Unzulänglichkeiten in den Schnittstellen … sind Apps nutzlos. Im Gegenteil, wenn ich den Wasserhahn nicht mehr aufkriege oder abstellen kann, weil der Server abgestürzt ist, hat das alles nur begrenzten Charme.

    Selbstverständlich steigt das Mißbrauchsrisiko von außen mit der Angriffsfläche, die ich technologisch biete. Auch da frage ich mich, wer außer einem Troll möchte meine Badewassertemperatur oder meinen Internetkühlschrank steuern? Man kann sich auch verrückt machen. Und wenn schon, lass sie glücklich werden mit diesen Ach-so-wichtigen Daten. Heiße nicht Trump und nicht Merkel, es wird sich einfach niemand dafür interessieren.  Wohl aber dafür, Sicherheitsfunktionen zu cracken, wenn man ins Haus will.

    Die eigentliche Funktion, Energie und Verbrauch auf einer Zeitleiste zu steuern und zu erfassen, sollte eine SH – Lösung mindestens leisten. Gerne mit einer Prognose anhand des Wetterberichts, wie sich der Verbrauch morgen und übermorgen entwickeln könnte. Das ist aber alles nichts, was man nicht auch heute schon mit analogen Geräten leisten kann.

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